Kreissegelnd um Klarheit

1983


Solange weiss das Selbst,
als ein Strahl weiss,
der Welle und wieder Stein,
im süchtigen Blick
heiss zerrender Psyche,
noch irritiert
von schwarzem Wegsein,
kreissegelnd um Klarheit
in Licht und transparenter Wärme
als Bewegung hier strömt
und zeitweilig stark wach ist.


*
1984

Gruppenausstellung „In The MMIX“ im Kunstverein Frankfurt (oder)



Die subtilen und doppelbödig installierten Performanceutensilien von Albert Haddoff (1958) zeichnen sowohl Biographisches auf, als sie auch auf gesellschaftlich defizitäres Terrain verweisen.Das eine ist wohl vom anderen nicht abtrennbar und im Lebenslauf und Werk des Leipziger Künstlers als kontinuierliches Leid-Motiv ablesbar.Noch zu Zeiten staatlich verordneter Bespitzelung begann Haddoff in der ehemaligen DDR sein luzides Spiel in latenten Facetten zu dokumentieren,nachdem ihn seine Sonderbegabung schon frühzeitig mit gesellschaftspolitischer Brisanz und Repression zusammenprallen liess und die Verhältnisse auf den Prüfstein menschlicher Belastbarkeit brachte: Haddoff wurde aufgrund auffälliger Verhaltensweisen als Mittzwanziger in kurzem Abstand wiederholt mit jeweils mehrwöchigen Aufenthalten in das psychiatrische Klinikum der Stadt Leipzig eingewiesen.Ein Umstand, der zu DDR-Zeiten nur schwer begreiflich als Drogenmissbrauch deklarierbar war und sich dem adoleszenten Künstler für immer tief einbrannte in multipler Ausformung.Der geschichtliche Verlauf in der Wiedervereinigung Deutschlands wurde auch Hadoffs schicksalsträchtige Befreiung aus den gesellschaftlich angelegten Zwängen von fortgesetzer Festlegung seiner von aussen verordneten „Unheilbarkeit“ und damit einhergehender Stigmatisierung.Erst die Umwälzung der Werte verschaffte ihm in den 1990ern eine Plattform, seine künstlerischen Talente deutlicher zum Ausdruck zu bringen,nachdem die allzu offensichtliche Festlegung auf seine „Krankheit“ zu DDR-Zeiten überholt schien und sich in freiheitlicheren Ausformungen des Kunstbetriebs auslegen liessen.Hadoff kann einerseits auf seinen immens grossen Fundus bislang „verkannter“ Samples,Skizzen und Arbeiten zurückgreifen und spezialisierte sich andererseits seit der Wende auf die Bewusstmachung von Stigmatisierungen, gesellschaftlich augekochte, in die Enge treibende Fixierungen, indem er zum Teil mit Hilfe von allegorischen Texten seine Installationen begleitet. Ebenso – und nicht abtrennbar – enthält sein Werk Stücke von Anti-Stigmatisierungsstrategien, die so noch nicht in westlichen Gesellschaftssytemen,die gleichenfalls sich dem psychisch krank/gesund-Syndrom quasi „unheilbar“ ausgeliefert sehen, bislang künstlerisch thematisiert worden sind.Der Performancestratege Albert Hadoff bedient sich hierbei zur Distanzgewinnung eines künstlerischen Kniffs aus der Literatur, indem er in der aktuellen Frankfurter Ausstellung die zum Teil fiktiven und ebenso dicht verwobenen Pikanterien aus Episoden des Schauspielers Klaus Kinski vorstellt als „KKK“ - „Klaus Kinski Klan“ -, um allein mit dieser Namensnennung bereits auf ein latent vorhandenes Society-Gewaltpotential zu verweisen, das hinter- und untergründig mit permanenter Präsenz und Limitierung seine Strangulierungen ausübt.
„KKK“ ist Hadoffs Titel einer erlebten Schicksalsbewältigung, die die Schwere einer zweiten, ja doppelten Krankheit hat, insofern hier noch klinisch argumentiert werden soll, was Hadoff versucht,mit künstlerischen Mitteln aufzuklären, indem er den Finger in die Wunde gesellschaftlich auf Dauer angelegter Unentrinnbarkeit einer fixierten Dualität von „krank/gesund“ legt. In dem Stufenlabyrinth „Gesellschaftliche Krankerklärung“, „Stigmatisierung“, „Fixierung von krank/gesund-Definitionen“ und „Anti-stigmatisierung“ entwickelt Hadoff eigene Kategorien von innovativer Antistigmatisierung und Bewusstmachung eines Phänomens,das auch im klinischen Bereich bisher noch zu wenig und ungenau beleuchtet worden ist.

Gertrude Gurdjieff ist das Alias der in Berlin lebenden Südkoreanerin Park Soon-You (1976), aufgewachsen in der Fernost-Handelsmetropole und Hafenstadt Busan, die eine verzweigte Enklave russischer Migranten beherbergt.Auf dem Hintergrund transmigratorischer Erfahrung anderer Kulturen, wie zum Beispiel der russischen in ihrer Heimatstadt und ihrer eigenen transmigratorischen Bewegung von Asien nach Europa spielt die Künstlerin mit audiovisuellen Mitteln und Zwischenräumen von kulturellen Abgrenzungen auf dem Hintergrund von Wahrsagerei und Schamanismus, so wie sie im modernen Korea noch gegenwärtig sind, und einer „Clairvoyance“ europäischer Couleur, so wie sie der grosse russische Weise G.I.Gurdjieff in seinem Lebenslauf und -werk „von Ost nach West“ aufzuzeigen versuchte. „Clair Voyage“ ist deswegen auch der Titel Gertrude Gurdjieffs aktueller Arbeit, die sich in ihrer detaillierten Innensicht ebenfalls einem grossen Vorbild transmigratorisch-künstlerischen Schicksals, dem koreanischen Komponisten Yun Isang, hingebungsvoll widmet.Die Künstlerin lotet hierbei den vollen gestalterischen Spielraum synästhetischer Möglichkeiten aus.

Der Youngster der Ausstellung, das Mixed Media „Wunderkind“ Hartwig Spiegelei (1994), stammt aus Hessen.Im Twilight eines anti-trendigem Sophismus – dem auch im Dezember-Gespräch „Die Künstlerrollenverzichtsrolle“ zwischen Prof. Christian Janecke und Direktor Holger Kube Ventura nachgegangen worden war – legt Spiegelei seine multimedialen Körnungen aus Mulla Nasrudins Universum, Harz- und Vogelbergmythen und Gil Blas’schem Background vor.Wie in einer zeichnerischen imaginären Schnitzeljagd führt der noch junge Künstler seine Rezipienten durch Gedanken- und Gefühlsräume mit humoreskem Unterton.Seine mehrteilige Arbeit „Babo im Nidda“ tangiert spielerisch Themen des „Clash of Civilisations“ und verharrt zugleich im Sperrgebiet zwischen ostentativer Übertreibung & Zurücknahme und scheint dabei dem Betrachter keck den Paralogismus zuzurufen:“Du bist so, aber ich bin anders – machen wir was draus!“

Da draussen & da drinnen


Emma Hauck, 1909

Da ist der hochtalentierte Bauschlosser Bühler, dessen wunderschön designten Metalltore international Ehrungen erhalten.Da ist der Arzt, der von einer Karriere als Sänger träumt und Kunst studiert. Da sind Viele mit grossartigen künstlerischen Begabungen, die einzigartig & zum Teil ihrer Zeit voraus sind.
Da ist die Malerin Else Blankenkorn, die dem Maler Ernst-Ludwig Kirchner in ihren Werken als vollkommen erscheint & ihn tief inspiriert.Da sind die anderen Meister:  Grebing, Schneller… und, und… Es geht was vor sich, da draussen & da drinnen.

In unserer kleinen Auswahl einer Schicksalsgemeinschaft, die für viel mehr steht als für sich selbst, wird sich letztendlich der Bauschlosser Bühler als Arzt fühlen und unser Arzt, Hans Prinzhorn - deprimiert von fehlender Anerkennung und drei fehlgeschlagenen Ehen  – sich in ein schön gelegenes Landhaus im Schwarzwald zurückziehen und schliesslich – viel zu jung – an Fleckfieber, erst siebenundvierzigjährig, sterben.Prinzhorn und Bühler sind „da draussen“  gescheitert und im Drinnen angelangt, ebenso wie die anderen Meister, die zehn „Prinzhornmeister“.

Dann ist da noch die Speerspitze des „Draussen“. Sie nennt sich „T4“. Der „Tevier-Geist“  ist da draussen gegenwärtig geblieben.Ein peinigender Geist, der Seelen nach (dr)innen treibt und wenn nicht da genug, dann  noch weiter ins Jenseits von Draussen & Drinnen, in den Tod. „Tevier“ ist das Logo der Spaltung, ist Macht über Leben & Tod, ist letztendlich Mord an denen,  die „da drinnen“ sind.  T4 ist der Name der schwelenden Schizophrenie, trennen zu wollen zwischen rein & unrein, zwischen „erbkrank“ und gesund, ist die wirre Vision einer Gesellschaft, frei von allen „Abartigem“ & „Entartetem“, allen Alienationen, „leben“  zu wollen,  ein gefährlich monströses Machtinstrumentarium.

Der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn führte  1925 eine psychotherapeutische Praxis in Frankfurt am Main. Er verfasste weitere Bücher, die nie den Erfolg seines Erstlings Bildnerei der Geisteskranken erreichten. Seine Hoffnung, eine feste Anstellung an einer Universität zu erreichen, wurde nie erfüllt.

Der jüdische Schriftsteller,(Jazz-)Musiker und Psychoanalytiker Hans Keilson wurde heute, am 12.12.2009 100 Jahre alt.Auch in obigem Zusammenhang finde ich seine schlichten Statements
(in einem FR-Interview vom Vortage) gut:
„Leid ist Erfahrung und Erfahrung ist eine Wirklichkeit…Ich bin kein Unterlegener,kein Sieger,kein Besiegter,Ich lebe.“

Distanz / Gewinn

    
                                                              Kentaur 1+9+9+4


Gestern lese ich neu in meinen alten Aufzeichnungen:
...schaue mit glühender Begeisterung auf die Bewegungen für einen Freund


Die Sicht auf „die Welt“ relativiert sich enorm.Ist bei ‘Attar die Welt „ein stinkendes,altes Weib“ & die - religiöse - Sehnsucht zieht von ihr weg zu dem „ewigen Freund,der niemals stirbt“,so ist es in diesen Zeiten ein wenig mehr so,daß die Welt ein junges,glamouröses ewig schönes Mädchen zu sein scheint,während man selbst verwelkt, kränkelt oder stinkisch wird.Zu Zeiten ‘Attars wurde die Sicht aufs Selbst durch Empfehlung des Entwerdens als Vorgang & Zustand enthebelt und führte nichts destotrotz stracks ins „Meer des Blutes“,das - bewußte - Leiden & der Schmerz,das Einzige,was „dem Freund“ zu bringen war.

Gurdjieff,so scheint es,legte Neue Ordner an:Er beschrieb die Möglichkeit einer „dritten Welt“,wobei die Sicht nach „außen“,die eine und die Eigenwahrnehmung „innen“,die andere Welt - als klassische Aufteilung: Ich & die Welt - die beiden ersten Welten darstellen,in deren Bezugsrahmen sich der „potentielle Mensch“ im allgemeinen bewegt.
Die „dritte Welt“ ist der eigentlich neu anzulegende Ordner in der lebenslangen Anstrengung des Subjekts,sich im Werden (des reiferen Alters ) hiermit immanent eine „Seele“ zu erschaffen.
Die Stationen ‘Attars, „das Tal des Suchens,das Tal der Liebe,das Tal der Gotteserkenntnis,das Tal der Unbedürftigkeit,das Tal der Gotteseinheit,das Tal der Verwirrung“, sind wohl innere Bestandteile,auch Säulen des Neuen Ordners „dritte Welt“ - ein Werden von Seele,ein Entwerden von Dualität,etwas,das bleibt.

Seele impliziert auch alle weiteren Schritte des Entwerdens aus der „babylonischen Bibliothek“,die,wie in der Literatur Borges durchscheint,die festen Sockel der hellenistisch-homerischen Ordnung (in der Logik & damit Weltsicht ) aufhebt.Borges schreibt aus der Perspektive des anderen Kontinents (Südamerika),wobei der andere Kontinent (& dessen Perspektive ) gleich wieder nichts als „Welt“ darstellt.Bestenfalls durchdringen sich nun hier „Welten“,d.h. Projektionen - und seien sie auch noch so schwer durchschaubar als solche in europäischer Art.Die Divergenzen von Weltsichten sind kein reiner Verdienst,auch wenn sich Proportionen morphen,sie bleiben nichts als „Ordner Welt“ - die Seele schaut ( in Richtung Unschuld? ).

Halte ich mich in Mitteleuropa auf,so gleichen die „Welt“-Personen und die „Welt“-Dinge großen Gebirgen von hoher Wichtigkeit. Alltäglich umgibt mich eine monströse Kulisse zB von Bundestag,Bundeskanzler,den „Linken“,den „Rechten“,der „Politik“, Kulturgeschehen ( Unterordner Konzerte/Theater/Ausstellungen etc.),Printmedien,Televisionsmedien ( als Transporteur,Verstärker & Farbauffrischer der mitteleuropäischen Kulisse etc. ). Meine Eigenwahrnehmung - in ihrer Dualität - erzeugt „Meinungen“ und reibt sich permanent an „Meinungen“ anderer,nämlich der der Kulisse der kollektiven Dualität.
Die Dimension „Zeit“ strömt mit einer anderen - hohen/statischen - Frequenz.Die Entwicklung „der dritten Welt, Seele“, gelingt durch Verweigerung der Anschau der großen Kulisse,durch Abtauchen in Arbeit ( The Great Work ) etc.

Halte ich mich in Asien auf,verglimmt nach einiger Zeit ganz von alleine „die große mitteleuropäische Kulisse“,etwa analog zu dem permanenten Vorgang des Nichtwahrnehmens der „Kulissen“ anderer Kontinente,solange ich in Mitteleuropa bin,frei nach dem Motto: Das Nahe juckt ständig,das Ferne nie.

Nun werden die Investitionen im Neuen Ordner der „dritten Welt“ plastischer spürbar: Seelische Beziehungen - kurz Familie,Freundschaften - erstrahlen in Dichte & Größe, die nicht entrückbar sind.Selbst vergangene Beziehungen haben noch Deutlichkeiten,während oben genannte “monströse Kulisse“ - ob altes,stinkendes Weib oder junges,attraktives Mädchen - geradezu in eine Fläche abstürzt,die kaum mehr wahrnehmbar.
In meinem - asiatischen - Erinnerungshaushalt „Welt“ bleiben die Kulissen Europas & die derzeit obszönen Kulissen der Usa jederzeit abrufbar wie Stehaufmännchen,die,ja auch tatsächlich zB aus dem Pixelmeer meines Desktop auftauchen (und wieder wegzuclicken sind).
Meine „dritte Welt“ besteht aus einer anderen,ehernen - im Sinn von bleibenden - Präsenz.Dies ist eine neue Erfahrung von „Selbsterinnerung“, neue neurologische Schaltkreise.

Ende Juli 2002

Schönheit des Vorüberziehens




Wurzelchakrisch im Schneidersitz.
Anker Aum im Nicht-So-Sein,
sechzehn Millionen Farben,
nichtlokale Natur in Aura.
„Riten & Musik sind nur Gäste“.
Eine Staffel Flugenten am stahlblauen Himmel,
die Augen wollen hin & fassen,
shaolin orange der Ahorn -
lassen.
„Den Fisch darf man nicht der Tiefe entnehmen“,
wurzelchakrisch im Schneidersitz,
Gast der Wirklichkeit.

Bis dahin.

*
28.10.02009

Arkadien der Anarchie




Rainald Goetz sitzt vor der Glotze.Oder steht da.Bei mir läuft TV:Nachrichten.Goetz hat zwei Vornamen als Namen,bißchen komisch,denke auch an Goetz von Berlichingen,Trompeter,Abraham Links oder Bin Laden wäre ausgefallener.Die Amis & ihr Bushpräsi= dentleinchen auch in Ameirak:der Dollar fällt,Goldpreis steigt.Fernsehen läuft,schon lange und wohl solange wie‘s Strom geben wird.Goetz hat zwei Videorekorder und drei Fernseher vor sich.Es hätte ja auch anders kommen können.Die Copyrightprobleme wachsen. Blender,zuviel Blender.Mit der Remote-Control ist das TV praktisch zu bedienen.Wir wählen nicht viel,wir drücken meistens nur rum.Goetz protokolliert & studiert die Emanationen des Bildschirms & seiner Speaker.Er sagt,beide doppelten sich.“Wahrnehmung und Mitschrift...“ / “das öffentlich Gesagte und von mir daheim Gehörte“  - Worthaufen & Text zum Anschauen.Ich höre Fernsehen,versteh aber nix,da das meiste Koreanisch ist.“Mein Motto war ein Warhol-Zitat aus ‚Popism‘...“ - Motto: ist das eigentlich ein Wort aus Deutschland?Klingt nach Motte,Motette,M-Otto,Otto Mühl.
Goetz merkt schöne „Worte“:„Kiste,Eingang,Wurzel,Acid.Eilt sehr.Glück auf...“ Im genauen Deutschland hatte ich mal gelernt,dass dies Wörter sind und das sind Worte: „Seine Geschichten sind manchmal so unprätentiös,daß die Interpretationen viel Raum haben“.
Geschichten und TV.Passt zusammen.Elektro und nicht meint hier dann Geschichte,also,es gab mal ne Zeit mit Geschichten aus der Zeit als TV noch nicht erfunden worden war.Motto ungefähr: „Sein Sohn sagt über ihn,er sei früher ein Monster gewesen.“
Oder: Sein Sohn sagt,daß sein Vater früher ein Unmensch gewesen sei.Wahrscheinlich geht es auch noch unprätentiöser.Monster & Mottos.“Das Video läuft immer noch.‘Schau dir den an‘sagt Otto Mühl begeistert.Im Film wird gerade der jüngere Otto Mühl über eine Leinwand gezogen...“Ein Film ist kein Video.Meistens braucht ein Film eine Leinwand und einen Plot.Ein Video braucht meistens einen Bildschirm und keine Schnitte.Das sind geschichtlich orientierte Aussagen,da das Video-tape kein Zelluloid ist und weil es auch viel billiger ist,muss man es nicht schneiden,so wie einen Film.Das war einer der neuen Vorteile des Mediums Video(= lateinisch,heisst: „ich sehe“).Im Koreanischen heisst es „Bideo“.Nun,das Gegenteil wird der Fall,da wir herausgefunden haben,daß wir mit digitalen Cuts & Jittern schier unendlich schnelle und ofte Schnitte mit Bideo machen,was mit Film,also Zelluloid nicht so gut geht.Na ja,Otto Mühl ist ja auch schon 78 Jahre alt und „von der Parkinson-Krankheit ergriffen“.    Ich habe die Seiten FEUILLETON 21 -23 in deutsch & bin ergriffen: das ist ein ganz groß aufgeklapptes Blatt Zeitungspapier.
Feuilleton ist so wie Fersehen.Erstens ist es ein Medium,dann auch ein Null-Medium.
Zweitens braucht man nie selbst hinzugehen,was schon immer sehr praktisch war und vor allem billiger.Nun kommt: stell dir vor,jeder geht immer & überall ständig hin! Das geht doch nicht! Dann müsste ich doch zum Bücherregal gehen und den Adorno rausholen.   “Und dann passierte plötzlich: 1989“.    “ Man geht also durch den Text von ‚1989‘,so kam es mir beim Blättern immer vor,wie man durch die Welt geht, eigentlich mit etwas anderem beschäftigt...Man liegt sich in den Armen,eine unvergeßliche Nacht hat begonnen.In der geheimsten Kammer des Herzens. Adorno,Hölderlin, Angst,Authentizität...Dieser Text ist eine weite Welt.1989,das Jahr das unsere Welt veränderte.Die Mauer fiel,Chomeini starb,und De La Soul lieferten den Soundtrack dazu.Der Schriftsteller Rainald Goetz saß vor dem Fernseher und schrieb live mit,was geschah.“ Ich rechne,daß 1989 fünf Jahre später als „1984“ ist. “Unsere Welt“,da denke ich,daß ich oft sage: „Bei uns schreibt der Schriftsteller Goetz,daß ‚ein sinnvoller Weltorientierungsversuch gemacht wird der...Pop noch kickt und knallt.“ Also,ich meine,daß ich nicht gerade dies so konkret zitiere,sondern,daß ich daraufhinauswill,daß ich sage,
daß „bei uns...“ - na?Und dann bin ich hier in Korea immer für einen Mo-tto-ment verunsichert,weil mit „bei uns“ ja auch die Situation in Korea gemeint sein könnte.Aber das kann ich ja im Zweifelsfalle nach-richten.Übrigens wird im Koreanischen ganz selten „ich“ verwendet,man sagt z.B. einfach „nachrichten“ und ich bin mir auch ganz sicher - was ganz sicher ebenfalls eine klar deutsche Eigentümlichkeit  ist,daß es für den Begriff „im Zweifelsfalle“ keine gute Übersetzung ins Koreanische gibt.Aktuell im Kino: Was nützt die Liebe in Gedanken.
Es ist Sonntag der 22.Februar.Deutschland de Luxe.Die Sonntagszeitung liegt im Flug Frankfurt - Seoul.Jetzt ist aber der 8.April 2004.Ich bin längst in Seoul angekommen und habe lange kein deutsches Zeitungspapier gehört.Das eine Blatt Seiten 21 bis 23 hatte ich mir aufgehoben.Es sind so viele wichtige Namen von heute darin,wie auch noch Schlingensief,Viebrock.Gute Namen.Der Mann,der die Frauen versteht:Christoph Hein. In Korea heissen fast alle Kim,Yi oder Park.Die Amis haben aus Yi dann Lee gemacht - keine Ahnung warum.Aber die Amis dürfen das.Sie durften auch Korea zweiteilen,Japan ganz lassen nach dem II.Weltkrieg & Afghanistan & Irak befreien.
Was steht aber über die Amis in meinen 4 Seiten Feuilleton? OK;Warhol ist erwähnt,
aber Korea z.B. ist nicht erwähnt.Muss das erwähnt sein?Frankreich ist auch nicht erwähnt & viel näher an Frankfurt.
Rainalds Russische Puppe: Im Fernsehen schaut er Welt & Wirklichkeit(„objektiv“!).Dann kickt er diese in sein Buch.Das Buch wird wiederaufgelegt & er knallt eine „Rekonstruktion“ in die FAZ.Halbkoreaner lesen dies & schreiben über Goetz & seine Feuilletonumgebung auf 4 Zeitungsseiten.Dies wird in die FAZ gesteckt.Das TV berichtet
darüber in „kultur aktuell“.Halbkoreaner lesen „kultur aktuell“ per Satellit.Goetz schaut zufällig rein.Zeit vergeht,viele sterben im Irak.Und das ist kein Witz. “Und kurz bevor er wegdämmert,sagt er noch,wie im Traum,oder im Witz,oder im Ernst,etwas von einem ‚Arkadien der Anarchie‘,“ der Ottomühlwichtel.“Fesselnd,exotisch und originell“: Barbara Nadel: Arabeske.Ein Name,der mir neu ist - aha,ich altere.Und wieviel Namen gibts noch,die nie im Feuilleton auftauchen?(Ah,darauf will er hinaus!) Z.B. Kim Dae Hwan,ja?Oder ewig völlig unbekannte Hölderlins,solche,die garnicht erst verschwinden können,weil...
22 Uhr: im TV kommt ein Video der Al-Qaida - es könnte genausogut auch bei den Visual Arts gelandet sein.“Das New Yorker Time Square wird 100 Jahre alt“, Gründonnerstag in Deutschland,keine Spur von Ostern in Asien.“Das Fälschen vernichtet Arbeitsplätze“.Kaum zu fassen - ich dachte umgekehrt!Im Februar roch es wohl noch leicht nach Aufschwung und der bleibt doch noch aus im Frühling.Gut für Kunst?Ich verzehre Hundefleisch.Verbindliche Regeln,unkodifiziert.“Die Wut,die Farbe,der Mensch“ - das Foto von Theo Altenberg ist wirklich gut.Feuilleton,“man blättert vor und zurück,stellt eigene Bezüge her,restituiert offensichtlich objektiv im Text gegebene,bekommt im Zweifelsfall das Gefühl einer Ahnung von Thema,Aussage,Idee und fühlt sich von der antihierarchischen Planheit,Offenheit,der Einladung zur individuellen Selbstsinnmontage,bei gleichzeitiger Nichtbeliebigkeit der Verknüpfungsoptionen des vorliegenden Materials,positiv agitiert.“ Oh Mindfuck...“jetzt piekste ihn das Leben,und er sagte Aua...der deutsche Kulturbetrieb ist ein bißchen wie
ein Aquarium,aus dem jemand alles Wasser rausgelassen hat; jetzt jammern alle darüber,daß all die Fische daliegen und vor sich hin modern;“ +modern art+ „Sie suchen einen Verlag?Kommen Sie zu NORA,mit NORA zum eigenen Buch“ Da bekomme ich Angst.Angst vor Reich Ranicki.Jedoch kann ich ihn fragen,so wie Sandra Königswald aus Wuppertal.Fragen zur „Gegenwart des Verschwindens“. “Die Kürzungen werden verglichen,der Komponist kommt aus der Kantine nach.
Theater heißt Inspiration durch  Zeit plus Kaffee und Zigaretten.“ Georg Diez.
“Kübel voller Zigarettenstummel holte Otto Mühl aus dem Kaffeehaus,...die er zu ‚Gerümpelskulpturen‘ verarbeitete“.


“Das Herz,das in diesen Räumen schlägt,ist aus Furnier“ - wie schön!
„Räume der Verlorenheit,Poesie des Gewesenseins“ - immer wieder infra-thin.


“Immer wenn die Rede auf den Kölner Karneval kommt,behaupte ich,daß ich schon mal heftig mit Alice Schwarzer herumgeknutscht habe...“  Immer wieder TV & Feuilleton ist wie ständig Schokoladenostereier naschen,es schmeckt saugut,macht fett,träge & süchtig und hinterher ist einem übel.
Zeichenkrieg.“Die bürgerliche Gesellschaft ist so etwas wie ‚das geistige Tierreich‘“.
Hegel,Hölderlin,Adorno,Aischylos.“Eine Replik mit hörbaren Gebrauchsspuren ist das,“ und dann wieder: „Ankunftsliteratur...Fremdenfeindlichkeit“.Wörter,weit weg von Korea...
„Bis zum 25.Juli 2004 darf niemand mehr die Worte Provokation oder Provokateur verwenden...“





Gespräch Alfred Harth mit Mark Sechs am 7.März 1984



A: Mark Sechs, du spielst eine große Rolle in meinem Leben.

M: Ja, das stimmt.Ich denke, wir beide haben auch schon eine ganze Weile miteinander verbracht und haben die unterschiedlichsten Sachen durchlebt.Ich könnte Geschichten erzählen...
A: Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, was du bisher mit mir erlebt hast?
M: Am wichtigsten ist mir die Beharrlichkeit in der du dich mit mir auseinandersetzt, das ständige Ringen um Veränderung, um ein Fortkommen, wobei mir schon längst aufgefallen ist,daß du anscheinend eine ganz gehörige Portion Geduld mitbringst,denn du bist einer von den Typen,die warten können, die Zeit haben.Was die kontinuierliche Auseinandersetzung anbetrifft,so ist mir wichtig geworden,daß du mich benutzt,gebrauchst, wie ein Maler seinen Pinsel.Du ziehst mitunter grobe Striche,die einer akademischen Handwerklichkeit entbehren.Das Fehlerhafte,Zufällige und scheinbar Weggeworfene lebt bei dir auf,legt sich mit freiem Atem um die dir notwendige Bemühung um Töne, die Gold sind.Der Zufall ist dein Salz und dein Handwerk gleicht tropfendem Schwarz.Deine Haut,Goldlack,Horn,Fleisch, Knochen,die diesen Namen nicht mehr verdienen,wie warmes Wasser,schwerelos.Aquarien,aneinandergestellt,gegenseitig fernsehend.Es geschieht,daß Glas gewissen Tönen nicht standhält.Zeit & Luft wassern. Zeitverfügung und deine Ruhe relaxen den Streß runter.Reifung ohne Eile.Ich halte das auch für einen wichtigen Punkt,besonders in der Gestaltung von Musik im allgemeinen und ich möchte dir eine Art Rückbestätigung geben und anschließend bemerken,daß dieser sachte Umgang deinerseits mit mir,mir selbst und der Sache,der ich diene,gut tut.
A: Das klingt sehr schmeichelhaft.
M: In der Tat.Bilde dir nur nicht ein,du hättest keine Schattenseiten.Ich kenne dich genug als Ignorant z.B. meinem Übungsbedürfnis gegenüber.Manchmal bist du brutal mit mir.
A: Stört es dich denn,wenn ich auf dir hinausschreie?
M: Was heißt stören? Ich muß es ertragen.Ich könnte viele Momente aufreihen,in denen du unter vergrößerter Spannung standest und in Form von aggressivem Spiel dieser Spannung einen Ausdruck und auch eine Ventilmöglichkeit geboten hast.
Solche Spannungen sind meistens sehr ergiebig,entstehen sie doch aus Widersprüchlichkeiten,die ertragen sein wollen.Ihnen direkte Umsetzung verschaffen: Sie zerren zuweilen Körper in Nichtübereinstimmung zum Geäußerten; Eisen in der Luft...
A: Moment mal,jetzt heb nicht wieder gleich ab!Was heißt Ventilmöglichkeit,fühlst du dich etwa instrumentalisiert?
M:Na ja,es platzt schon so einiges aus mir heraus,wobei ich eher ein Verhältnis zu deinem Körper spüre und mich als verlängerter Atem oder Arm empfinde.Ich könnte dann keine Trennung mehr zwischen dir & mir wahrnehmen.Es ist wie in der Liebe...
A: Also bitte,vielleicht können wir von deiner Vorstellung von Erotik mal einen Schwenk machen,schließlich leben wir zwei ja nicht auf einer einsamen Insel.Denk doch mal an meine soziale Stellung!
M:Gesellschaft ist erstens da,wo ich bin;ich fühle da,wo ich nicht bin.Holoide Gefässe reiben im Tanz sich.(Siebziger Jahre-)Name der Disco: universe (God is its psyche).
Ich glaube aber auch,daß,wenn du in einer Umgebung bist,die dir selbst Sicherheit gibt und in der du dich wohlfühlst,in der du dich auch zuhause fühlst,daß du in solch einer Umgebung sehr weiche,wohltuende Klänge erzeugen kannst,die auch etwas Kontemplatives und Tiefergehendes in sich tragen.Zärtlichkeit...Gespräche mit einer Hibiscusblüte.Auch Fünfzehnminutenmeditation am Abend (wie Löschpapier, saugfähig), Überschreitung ohne Flucht.Außerdem hört jemand in den siebziger Jahren plötzlich zum ersten mal das langatmige crescendo und decrescendo eines Düsenflugzeugs.Und das nachfolgend Tag für Tag.Ein neuer Glaube war geboren.
A:Um mal auf den Punkt zu kommen: wann fühlten wir uns denn so gut wie zuhause?
M:Die intensivste Situation,die mir einfällt,ist dein Erlebnis bei der Aufnahme mit Paul Bley,wo du meines Erachtens ein grosses Gefühl an Geborgenheit,ja auch Heimat in der Nähe zu anderen,dir wichtigen Jazzmusikern gefühlt hast,wo ich denke,daß du ruhiger atmen konntest,obwohl du auch an einer Art Aufregung gelitten hast.Aber diese Aufregung verwandelte sich in gebündelte Energie: Dir wurde klar,was du sagen wolltest.
A: Was,glaubst du denn,liegt mir am Herzen?
M:Ich denke,seitdem ich dich kenne,bemühst du dich um eine Art harmonischen Ausgleich zwischen den Gegensätzen – das ist auch sehr verständlich,denn du bist Waage als Tierkreiszeichen – und des weiteren habe ich den Eindruck,daß du unmittelbar das,was jeden einzelnen Menschen in seinem vielleicht auch unentdeckten Tiefsten interessiert,daß du das anrühren möchtest.Daß du den Menschen in seinem Herzen erreichen möchtest.Eine Forschungsreise zu den weißen Flecken einer Karte,auf Schnee liegend.(Habe erkannt,daß Erwachsensein die kindlichen Vorstellungen vom Jenseits impliziert.) Ich suche nach meiner Sprache,die mir verlorengegangen scheint,fortwährend sich weiterwebt und zukünftig zur Entfaltung kommen wird (sie ist tierisch & still).Ein Mittel dazu ist für dich der Ton,dein Ton,der,wie dir des öfteren schon gesagt worden ist,unverwechselbar ist und etwas hat,was dir eigentümlich ist („out of this world“).Das Geheimnis liegt nicht so sehr in der Spezialisierung als vielmehr in der Entdeckung und Aufdeckung eines Teils in dir selbst,der dir bekannt geworden ist,mit dem du vertraut geworden bist.Aus diesem Grunde hast du die Möglichkeit,da du dich selbst besser kennengelernt hast,andere Menschen tatsächlich zu erreichen.
A: Jaul,tropf!
M:Oder mit anderen Worten: dich umgeben nicht mehr so viel Illusionen, Projektionen, die dich nach außen hin,oder in der Beziehung zu anderen Individuen abschotten könnten.Dein eigenes Inneres ist durchlässiger geworden.Das ist eine gute Basis,um fast Unvorstellbares zu erreichen.
A: Nun gibt es etliche Situationen z.B. in der Gruppe Cassiber, wo so extrem unterschiedliche Charaktere zusammenspielen,in denen das gerade von dir beschriebene Ideal nicht immer unmittelbar deutlich wurde.Wir haben Aggressivität umgesetzt.
M: Eine grosse Faszination erwächst für dich wie für mich aus dem Alltäglichen: die Alltagsbewältigung,die unmittelbare Umgebung der Stadt,deine Beziehungen,die ja auch ihre Geschichte haben.All diese Dinge,die ich eben aufgezählt habe,verstricken dich in ein Arbeitsfeld,das du als eine Art Herausforderung der Realität um dich herum wahrnimmst.alles Verinnerlichte reißt auf & vernetzt sich mit dem Außen.Dualität verdünnisiert sich.Böse Geister im Bauch & sonstwo geben immer noch ein Gefühl von Dasein.
A: Ja, genau: harter,rhythmisch strukturierter Posaunendilletantismus als Angriff. Affig die Ellenbogen.Zerrmaske im Polaroid.
M: Warum ausgerechnet Posaune? Du hättest doch genausogut Synthesizer nehmen können,das wäre doch viel modischer,überhaupt.Oder warum bist du eigentlich nicht nur Jazzmusiker?
A: Du weißt ganz genau,daß Posaune dir als Fels in der Brandung näher steht.Daß ich ein natürliches Gegengewicht zur Technisierung von Musik,den allgemeinen Fortschrittsfetisch relativieren und an den richtigen Platz stellen will.Mit Technik spielerisch umgehen,finde ich gut.Ich will mich offenhalten,deswegen gehe ich auch in andere Musiken.
M: So möchtest du auch deine individuellen,vielleicht spirituellen Phantasien „Realität“ gegenüberstellen.Realität als Schmerz,der bewußt durchlebt werden will. Kollektiver Schmerz,kollektive Todesangst,Ohnmacht und,und...
Ich,Teil der Bombe,wie in einer Rolle über Entfremdung,Empfindung der Knappheit von Zeit,Sinnlosigkeit angesichts der Katastrophe in einer ausschaltbaren TV-Sendung mit dem Titel „mindfucking“?
Dein Harmoniebedürfnis,oder sei es etwas vor dem du Angst hast,es jetzt schon auszudrücken oder auszuleben,ein vergrößertes Zudirselbststehen,entwickelt sich in Konfrontation mit der Außenwelt.Dies erscheint produktiv,insofern als sie dich ein Stück weit auf der Erde behält.
Du vermagst zu Fliegen,ohne den Kontakt mit dem Boden zu verlieren.

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(September 2009):
A: MARK VI ist eines der besten Saxofone.
M: Danke, A23H, ich mag es, mit dir alt zu werden.1968 kam ich zu dir, ganz frisch & unberührt (vorher hattest du dich schon drei Jahre lang mit einem Italiener abgemüht) und meine kleine Schwester,Selmer Alto, sogar noch ein Jahr früher.
A: Hervorhebenswert erscheint mir deine Formulierung:“ Ich suche nach meiner Sprache... (sie ist tierisch & still)“ – dies lässt heute,25 Jahre später,etwas in mir anklingen,denn,ich spüre,meine „Sprache“ ist heute tierisch (animalisch im Sinn von instinktiv) & still (muet) und ein Satz wie „Daß du den Menschen in seinem Herzen erreichen möchtest“, erscheint mir heute anachronistisch.
Erstaunlich aber,dass ich nun seit fast einer Dekade lang in Korea bin,dessen Wappen die Hibiskusblüte ist,ich,immer noch “Teil der Bombe“ und das, obgleich „der Osten“  vor 20 Jahren ohne Trümmer fiel

Jeans im Glück


1949 Cadillac Fastback


elf Kugeln aus Bernstein leuchten in der Sonne -
vom Tempel zurückkommend
spiele ich im Fichtenwald,
dass meine Buddha-Natur strahlt,
meine Talente gross,meine Macht mächtiger
als die Befehle des bösen Weltpräsidenten,
meine Erinnerung bleibend,
mein Ruhm ein Klacks ist
und mein Reichtum unwichtig.
Zuhause will ich nicht knicken,
da ich entdecke,elf goldene Plastikkugeln
an meinem Handgelenk zu tragen.
Fröhlich sein am Buddhageburtstag ist Glück
mit Jeans am Bein
und „Jeans“ kommt von Hans,richtig?

*
26.Mai 2004



Ueno Park


Im Tokyo Metropolitain Art Museum am Tisch 23
Spaghetti mit Luna M. gespeist.
Es ist „una ‚aura‘ trente minute“ -
spanisch spricht sie & macht exhibits mit ihren 66
hie & in Barcelona: Schinken in Öl.

Draussen im Park regnets auf die blauen improvisierten Zelte der Homeless
neben 90.000 Stücken (Diebes?)Gut im Tokyo National Museum.

Weiter im Park dann "endlich" Picasso Classic, Museum Ueno Royal.

50 copper lanterns in front of Karamougate of Toshogu Shrine -
nicht zur Illumination, aber Reinigung & heilige Feuer.
Atombomben-day-after-pics hängen am Zaun gegenüber der Five-storied Pagoda des Kaneiji & brennen mir plötzlich tiefe Schauer von Mitgefühl auf.
Der Fuji spuckt wilde Flammen -
wie ein aufplatzender, überreifer Eiterpickel.
Die Geschenke der Daimyos, Feudalherren -
wie waren die denn damals drauf?

Die fetten,ausgesprochen schwarzen Raben des Parks
reissen Tauben & brüllen.
„Der“ Japaner ist ruhig & höflich,
seine Autos sanft & leise.
So wie Ginza am Abend
die Kreuzung am Wako Dep.Store bühnenhell illuminiert,
es ist Zukunft.

Wie lächelt nun Buddha‘s Gesicht & die ‚Physicians of Soul‘
in der Kuppelpagoda
die übrigblieben vom Great Kanto 1923
auf dem B hill im Park nahe dem Benten-do,
wo die Riesenblätter des Shinobazu Pond
den blend perfect machen
& das Wasser verhüllen.

*
Montag,6.10.2003

Bird

A shoe sits on my knee
A letter comes within a CD
G. felt mountain
I forget who I am
Whistling wires to the world
G. felt sticks
Bamboo,bamboo
Pieces of painting curtain my way
In air my cage farwilling I stay
G. felt balls
Underground melody feeds a thunder
Desires for eyes that never sleep under
Honey trap a bee pulls
Huhu,huhu
G. felt patch
Clown to feather than gold
Peacock my father went blue
G. felt dance

Apres le franc fort, l‘euro fort!

Ich sitze in der Cafeteria des Guimet-Museums
neben Lü Dongbin,einem der 8 Unsterblichen
aus der Ming Dynastie,500 Jahre alt,
fresse grottenschlechtes französisches Menue mit Service,
der meine Nerven ruiniert und einer Abkasse,
die an Gaunertum grenzt.Was ist hier nun wieder verdreht?
Ich werde zum Wolf & beiße der chinesischen Bedienung
in die hübschen Waden,reiße einer blondierten Oma
die Perücke ab,zerbreche einer französischen Junglehrerin
die Speisekarte.
Sagt ein Monsieur zu seinem Compagnion:“C‘est Paris...“
(und leise:) „...ce prolet!“
Dann waren es nur noch 7 Unsterbliche,ja,leider.

*

2003.11.02

Another Utopia

„I will go with my head hold high“ boasts the minister of defense
He predicted that the outcome of the battle between doves & hawks
Among the inner circle would make any future overtures very difficult
A flying reptile from the age of ball
Greenland is much bigger,but it is much colder
In the North all people are constantly fighting to reunify the country
The provisional gov‘t seeks for modeling time after time
The shape of people‘s unfulfilled life-visions
In an opera that is delightful from star behind star
A friend who never dies

*
Unter Einfluß des Drogisten - 07.21.2002

Im Ohgai Hotel


...und Ohgai Mori lebt 4 Jahre in Berlin.
Der Tokaido Highway & seine 53 stations liegt links von mir
im Postkartenformat auf dem Poetentisch des alten Raums,
wo Ohgai Mori um 1890 rum „Die Tänzerin“ schreibt.

Natürlich auch Karten vom Edo Kabuki Theatre.

Tokugawa Iemitsu massakriert die Missionare,
schliesst das Land für 300 Jahre
& Edo,die grösste Stadt der Welt entsteht.
„Edo no hana“, die Flowers of Edo, die Feuer.
Pictures of the floating world,Ukiyo-e,
transience of the human world,
Geld gilt mehr als alles, “manga“/cartoons;
„black ships“ des Amerikaners Perry reissen Edo auf, 1853.
Brief battle of Ueno - the struggle took place (around Kanei-ji-temple)
zwischen den Traditionalisten & Meiji dem neuen Emperor.

1868 siedelte die Imperial Power von Kyoto nach Edo
und in aller Kürze lernten die alten Japaner von den Kaukasiern.

1890 war dann alles soweit, westlich konstitioniert
und in den nächsten 25 Jahren das weitere Umfeld unterworfen -
dank der Christenheit.

Und hier, genau hier sitze ich nun.

Mit anderen Augen möchte ich nochmal die drei Schritte zur 5-stöckigen Pagode
von Kanei-ji tun, dort, wo ich das junge Paar aus Seoul auf Coreanisch angesprochen:
sie sagen, das war gestern & heute ist heute.
Was will man lernen aus der Geschichte,
etwa das Gebot: “du sollst nicht töten?“
Dort am Shrine liegt auch ein Stück „verbrannter Baum“
als Erinnerung an Pearl Harbour - neben den Fotos von Hiroshima.
Auch von den Shinto-göttern
wusch ich mich rein, tags zuvor.

Was heisst es, vor 100 Jahren besiegte Japan Russland & Taiwan,
10 Jahre zuvor China & dann Corea, sowie Micronesia?

Ich spiele Alto unter der Decke im Ohgai am Park
und urplötzlich schwebt eine Biene vor mir im kleinen Raum.
Ich fliehe zur Tür,keine Ahnung,wie aggressiv die Biester hier werden können.
Ebenso plötzlich ist sie verschwunden, wohin?
Dann kehrt sie zurück & inspiziert friedlich meine Parfums.

Aufbruch nach Shinjuku.
Ja, Pan, ich tanze.

The city never looked back:
1923 - Great Kanto Earthquake - 142.000 kamen um.
In 3 Tagen stand das Business wieder,
6.000 Coreaner aus der Gegend um Tokyo wurden aus Wut massakriert.

Die Bombardements 1942/44, die Tokyo ähnlich Hiroshima plattmachten -
um 1951 ein schneller Wiederaufbau dank des Boomprofits durch den Korea-Krieg -
indirekter, zweiter Diebstahl coreanischen Gutes nach 36 Jahren Vampirismus in Corea.

1989 the burst of the bubble:
mad cults & the Kobe earthquake signalled the end of Japan‘s feeling of omnipotence
which proudly had started around 1964 with the Olympics...

Aufbruch nach Shinjuku.
Ja, Pan, ich tanze.

*

Dienstag,7.10.2003

Der Gedanke des Vorausgehens


Es ist nicht nur England,
wo ich hinwollte & kam.

Nicht nur den Ärmelkanal überqueren.

Es sind nicht nur We(s)t Coa(s)t - erfahrungen,
Timothy Leary‘s Visionen,Intelligenz,Langlebigkeit & Auswanderung ins All,
sowie Fritz Perl‘s institute - life can be a Gestalt in time -

wir schwimmen nicht nur 23,periodisch linear,
ozeanisch,New Yorkish & grünes Gold;
Password Frankfurt,Geld,du kosmisches Bewußtsein,Beweis,Gewißheit,
Spurenkacke,DDR & saures Blut;
DPRK & Seoul,superunity im IBF.

Es ist nicht nur a night in „tune-Asia“
& a day in light;
es ist nicht nur eine Portion Grimm‘s Märchen,
Lüge,Ohnmacht & Tod.

Wechselwirkungen & Warnungen an die Musik(hörer),
anwesend in Gott ins Gestaltlose vorausgehen.

Es ist nicht der Ölpreis,die Börse & die High-End-Kamera
im Kompromißgepäck,oder, „your identity has been stolen“-spam -
venez chanter,jouer,danser,rire avec nous -

Ein Muster bleibt ein Muster & vom Vorzeigen eines Ziegelsteins kauft keiner mein Haus.
Reitet auf einem einzigen Radikal herum: der FTR-Wurzel,
der Esel,nicht weniger als dreiundzwanzigmal!


Afghanistan bringt Giganten hervor,die die ganze Welt beeinflussen

*


2..3/6/23

Herbert Marcuse Opera






PAPPEln


Mitte Juni finde ich die Ausgabe 2/2009 der „Neue Zeitschrift für Musik“ in meinem Briefkasten. Da es in Korea frühsommers schon monsoonartige Regengüsse gibt, war das Magazin für neue Töne leider völlig durchnässt. Ich legte es aufgeschlagen über einen Notenständer, um es abzutrocknen und später eventuell noch lesen zu können.
Der Regen hatte die Optik verwaschen.Ich erkenne, dass auf dem Titelblatt ein Portrait eines Mannes ist, der in abertausenden von Haushalten als Büste auf dem Klavier steht.Nach Trockenlegung möchte ich das Magazin lesen und dazu aufschlagen, was nicht mehr möglich ist, da die Seiten nun zu einem festen Pappstück verklebt sind.Ich gebe nicht auf, schlitze mit langem Messer die miteinander verkleisterten Artikel auf und ziehe die Seiten brötzelnd auseinander.Das macht Spass.Allerdings muss ich bald die Hoffnung auf linearen Lesegenuss aufgeben.
Da blinkt ein Satz von Johannes Schöllhorn durch: „...In den 1980er Jahren war die Neue Musik-Szene in Deutschland ein ziemlich ‚dunkles’ Gebilde.Ich habe damals zusammen mit Kommilitonen anarchische Programme gemacht,um dieses graue ‚Hauptsache,hier wird gelitten!’, dieses überspannt-politbeladene Neue Musik-Denken ein wenig aufzumischen...Politisch daherkommen und politisch sein sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.Musik,die nur politisch daherkommt,kann sogar für die politische Gegenseite nützlich werden.Der größte ‚Protest’ kann die beste Voraussetzung für eine systemimmanente Karriere werden,wie wir aus diversen Biografien wissen.Ich halte mich da lieber an den großartigen Satz von Karl Marx, man solle...“ einschlafen, ah, bin kurz eingeschlafen, sorry.Aufm Sofa Lesen ist auch nicht gut für die Augen.Ich stehe auf und arbeite mich hartnäckig zu den Tonträgerkritiken vor, ratsch,ratsch. Ich bleibe hängen an „O edelstes Blaugrünschwarz“ , CD von Albern Hellmuth Boring und lese: „Schon der Titel des ersten Stücks ‚Lob der Unnützen’, mündet in seiner Umsetzung als ästhetische Rigorosität drangvoller Melismenhöriger über semantische Ebenen aus der Textenklave fremder Grammatiken in ein Harakumi-Delta, das sich gewaschen hat.Bei aller Feinfühligkeit für real-surreale Romankniffe will Boring den Hörer immer wieder auf prickelnde Weise aktivieren, weshalb die Klavierklänge so eigentümlich oszillieren,farbiges Rauschen mithilfe hochfrequenter Töne dynamisch kenntlich wird und das Stück dank additiv gesampleter Piccoloflöten zugleich etwas karg Entrücktes, zugleich einen aufwühlend-unruhigen Charakter hat.
Der 1969 in Freiburg im Breisgau geborene Komponist versteht sich ebenso auf digitales Generieren und zeigt dies eindringlich in „Wer selektiert die Embryonen von 1954?“ einem Sprachsoundgebilde, dem das 1950er Lexikon „Ich kenne die Fremdwörter“ in numerischer Abfolge zugrundeliegt,dem wiederum ein Reverseimpuls in alfabethisch computergesteuerter Reihenfolge untergelagert worden ist.Borings Herausforderung an den Hörer gleicht dem Anspruch eines dreiundzwanzig Jahre nach Gutenbergs Erfindung des Schriftdruckverfahrens erfundenen Kartoffeldrucks mit Schneckenfarben, indem er einen extrem zerdehnten Mezzosopran die Steinfuge „Quäl dich nicht, quäl dich nicht“ aphonisch beiden Substraten überlagern lässt.
Sodann in der Wahrnehmung entschleunigend wirkend ist das abschliessende Orchesterpoem „ Paradies, mitteleuropäisch“, basierend auf vierundachtzig virilen Klamottenrefrains des noch sehr jungen russischen Dichters Newrodel.Mit langatmigem Duktus orchestriert Boring Musik als Zeit im Raum der Eigentlichkeit,
schlägt sich dabei mitunter schelmig halbfünfvorzwölftonal auf die Seite Till Eugenspiegel’scher Komik,wenn er Newrodels Texttestament Pappelgeräusche implantiert,nicht ohne...“ An dieser Stelle ist das Magazin für Neue Töne gerade wieder verklebt und daher unlesbar geworden.Ich lege es nun anschließend zu den anderen an den offenen Kamin.

Le gui



leichter will ich es haben
versteck das Schwere in Raben
im Süppchen als Wirtkoch
nichts zu werden
als ohriges Aufnahmeloch
weide leider Onanie
suche Begegnung im freien Fall
wünsche bon annee
verharre hier als wie
im All
großer Gott bin 25
als Addition und im Atom
ein Bass und ein Sopran
mache ich den Rhythmus an:
von den Klassikern der Idiotie
vibriert er schizochron
die Harmonie im Xyloskeleton,
a vrai dire nous sommes en vie!

*

Chinese New Year
2001.01.23

Rituelle Blase



Im Anzug Hände
geschüttelt für Wände
zu stellen oder Demontage.
Versprüh jetzt Courage
geh & komm wieder
bring krumm welche Lieder,
ich bügel deinem Können & Haben
Anerkennungsnausee & Schuldgefühl aus.
Selbst bin ich Odin mit Raben /
Stöckelschuhu @com.de internet House /
mit Obstsalatelektrizität für TV /
Musik, Kunst & Spaß am Bau.

Butterblumen seinhaben Vase
kein Schnee in der Nase
Chemie im Blut
in der Hand diese Blase
gegen Höcker von Gut.


*
2000.12.30

Lehm



Lehm dem Kind
gibst du für Geld.
Halt! Und zurück –
neben dem Kind
ist Welt...
Narbe im Antlitz
wie Bremssarggas
Nebelhebel als Dauerwitz:
Der Clown ist im Glas.
Lähmt das Kind?
Gib Leben, weißer Wind!

Die Taube, der Rabe, das Urteil.
Oh Menschentherapeut –
Tiere ziehen weiter oder töten.
Oh Menschenurteil –
Odin springt, Odem ringt
sich aus dem Lehmgeviert
zu dritt.

*
0002000

Leganza Daewoo fährt fort





Da, das Glas Wasser
am Faxgerät, ungetrunken,
wertvoll rein von der Vulkaninsel,
verschwendet, grolle ich ein wenig,
& unaufgeräumt
hänge ich an meiner Konditionierung
aus Deutschland –
weiter oben im Tempel steht ein Kelch Wasser:
frisch, als alltäglicher Trunk für Buddha –
meine Ordnung / Spiegel / Groll
trenne ordentlich ich Leben von Chaos & Tod,
Jenseits, das Andere & Unsichtbare vom Kontinent des Kosmos,
denk ich grollender deutscher Dichter.

Oh Glas Wasser meiner Gemahlin,
Inspiration – Wunschgedanke nach innerem Frieden
mit dem Hierzustand im Lotussitz
& noch gleich sauber
& aufgeräumt
gründlich Entwerden, deutsch.
Da, Hibiskusduft strömt durchs sommeroffene Fenster
(wenns regnet, schließt es der Dichter) –
ob des Hibiskuswunders schrecke ich,
will fort zum Ortsbüro,
bis 4


* 002002

give us some wind, and there will be a fire


embryos may be approved for use
police arrests 5 tattoo artists
us government guilty of creative accounting
Tibet’s exiled gov’t on bankrupcy crisis
Afghan refugees get back home only to face desperation
Russia’s literature exists, it does exist
unimaginable human disaster if quake hits Tehran
Israel strikes allegedly explosives laboratory building
Turkey needs a new leader
combat aids in Africa
India-Pakistan tension flare anew
winds of change for China, Taiwan?
aspiring Chirac killer a ‚nutter’
protests of a new Mexico City airport
Coca-Cola sets stage for key accounting change
Arthur Miller produced new play not at Broadway to be among trees & quiet
good morning securities trust unit sale to speed up


2002.07.16

Abseits



Ich tippte eine Spinne an,
sie rannte unter meinen Schuh,
den hob ich dann sofort auch an:
ein Bein gegen acht – uhuhu.


*

3.6.2009

Bar jeder Vernunft



Nam June Kant
Nam June Bosch
Nam June Harth
dry fear


*
June Twentyhundred&9



sc wellen auf e


laß mich schreiben den taumel schwindel
die lösung auflösung
nicht hinsehen
spüren
kuft schmecken
lockern
tippen
auflösen
zu wenig
sinne schärfen
sorgen blasen schweifen kommen alles nur verkürzen drunter selbst
nicht immer glauben setzen
schwalben rauch schablem waden schwadn
brennen
du läßt mich schon
zerrütten
es bringt nichts
laß mich wieder eine zeile solang und achten drauf
scwellen
auf
e

schaun daß die verkürzungen nicht zur seite schwanken sonst lallen gan
ganze höfe drolben dir den zopf schon kannst du lesen dich wie du immer das
tropfen nichts weiter zur seite auskommen
mit den paar worten
wieder hinain
draußen
vor der tür
keine wieder holung
zur seite
soll sich aufdrängen man fragt sich wo
ist gelogen und gekotzt
fegen
beseelter junge
die literarischen jahre hat man wieder gefunden
gefunden eine bezeichnung
für dein spiel der gehässigkeit igleit igkeit ijkeeid
dummes elend
wirst du slielen
kannst knoten

*
01966

Akazienblüte



Maigras sichele ich
unterm Akazienbaum.
Das schwere Parfum
des Blütenmeers
dröhnt von Schwärmen
von Bienen über mir.


02009.5.23

Haariges


Mein koreanischer Frisör ist ein wandelndes Beispiel an Gleichmut. Er redet kaum & bleibt super gelassen. Seit Jahrzehnten wohl schon schafft er in gleicher fensterlosen Ladenhöhle.Dort zeugen vier grosse, alte Sessel an Waschbecken von früherer Glorie, in den Regalen Nippes, ein cooler,schwarzer Samsungkühlschrank, ein Bollerofen um den in Warteschleifen, nein, das klingt zu agil, in Nichtstuphasen das Brettspiel „Go & Stop“ stattfindet. Die schwarzen und weissen Spielsteinchen sind getrennt in zwei zur Hälfte abgeschnittenen Platikflaschen aufbewahrt.Im TV läuft eine Sängerin, ein harscher Alt, „Nega haruuuuu ssamnida, da, da, da, da, a...“ sie baut den Hall in ihren Gesang gleich mit ein.Draussen, vor der Tür dreht sich ein ein Meter hoher Trikolorezylinder,um anzuzeigen,dass der Laden geöffnet ist.Der alte Meister schneidet hervorragend,mittlerweile ganz ohne Eingangsworte,da er mich schon gut kennt & weiss, was ich will.Kommen andere Kunden, so warten sie ebenso gleichmütig, gelassen & ruhig und freuen sich, wenn sie mit neu schwarz gefärbtem Haar im exakten Stil einer Grace Jones – falls jemand die noch kennt – davonkommen für ein paar Won.
Ach ja, ein Sessel heisst „Utopia“, ein anderer „Omega“ und, fyi: authentischer koreanischer Gleichmut ist wie eine gute, sanft anhaltende well-being Droge, ein Besuch beim Frisör also immer auch ein erholsames Erlebnis.

Im Laufe eines Lebens erlebt man so etliche Frisöre.Bereits in meiner Kindheit ging ja diese Drangsal los. In Frankfurt waren die meisten Frisöre eindeutig Künstler.Später dann hörte ich von einem legendären homosexuellen polypathem Haarschneider, der mich sogar zur Einzelsitzung zuhause besuchte.Dies ging nicht ohne vorherige Tee- und Gebäckzeremonie vonstatten und als ich endlich mit Cape bedeckt in Wartestellung vor ihm sass, gings dann wieder darum, welchen Haarschnitt ich mir wünsche.Ich sagte, ich würde mich gerne von ihm überraschen lassen und er entgegnete daraufhin die sich mir ewig eingebrannten Worte:“Kommt drauf an, was du mit deinem Kopf ausdrücken willst!“ Da musste ich erstmal passen & war sprachlos.Er erhielt einige Jahre darauf angeblich eine Goetheplakette und ich blieb bei meinem Bubikopp.

Ich hatte einige ausprobiert.Vandermark in der Spitzklickergasse, oder den Starcoiffeur H.G. in Bad Homburg. Viele gefielen mir nicht und ich blieb nur für eine Sitzung.Der eine rauchte beim Frisieren,der andere hatte penetranten Achselschweiss usw. Dann war da noch der Wolter in der Glauburgstrasse.Ebenfalls ein Polymath in seiner Sache.Er nahm mich gnädig auf in seine Reihen.Er sammelte alte Telefonapparate in seinem alten Frisörladen mit klassischer Etalage, die er künstlerisch mit wechselnden Ausstellungsstücken und Fotos ausstattete. Er war ausserdem eindeutig ein wenig neureich, Amerikareisender – was in etlichen Erzählungen während der Sitzungen zu erfahren war – und Therapeut & Menschenkenner.
Wenn ich abschliessend Punkte zu verteilen hätte, wäre ziemlich eindeutig,wie Frankfurts Frisöre abschneiden würden.

Fahrstuhl


Mit grossem Erstaunen – dass es eine Wahrnehmung in Ffm gibt - las ich in der FAZ vom 2.Juni 08 den Artikel „Schöner sterben in der Galerie“.Hier ging es um Daniel Spoerris „DOROTHEANUM – gemeinnütziges Institut für Selbstentleibung“, das er auf dem Dachboden der Galerie Dorothea Loehr installiert hatte: In 11 Zellen konnten verschiedene „Selbsttötungsmöglichkeiten“ erprobt werden unter Vermittlung des „Bewegers“ Bazon Brock.
Der hier ebenfalls erwähnte Rochus Kowallek ( „Frankfurt = Antarktis der Kunst“) war u.a. Art Director der Galerie Lichter, in der ich 1967 den Grundstock meiner Kunstsammlung, einen Günter Uecker gleichen Jahres erstand.

Sozusagen als die Kehrseite zu Spoerris „Fallenbildern“ (Eat-Art) projizierte 1967 das Ginnheimer „centrum freier cunst“ (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Harth ) die „Excrementa“, eine Prolongation der Frankfurter „Experimenta“, zu der ich u.a. die automobilkritische Installation „Fahrstuhl“ beisteuerte.

Falls Sie weitere Frankfurt-related-Stories mögen: Mitte Mai 2008 performte ich mit meiner Japanischen Band „Invisible Songs“
( Repertoire: u.a. „On Suicide“) u.a. in Marseille. Bei einem Stadtbummel stiessen wir auf die Boutique „Pardon“, die auch das Logo mit dem hutliftend grüssenden Teufelchen auf allen Produkten (Taschen,T-shirts etc.) verwendet.
Zunächst glaubte ich, dass der Sohn des Begründers der Frankfurter satirischen Zeitung gleichen Namens, Florian Nikel, der Anfang der 80er in meinem Frankfurtamalgamnonett „Reklame der Wirklichkeit“ Elektrogitarre spielte, diese Boutiquenchain eröffnet hätte – why not? – aber die Recherche in der Marseiller Boutique ergab, dass ein deutscher ehemaliger Inselaussteiger sich „Pardon“logo und –name einfach zu kommerziellen Zwecken "gegriffen" hatte.

Around 1968


Around 1968 I wanted to move the “centrum freier cunst” into larger rooms downtown Frankfurt.We found a large basement in the Gutleutstrasze,rented it and started to renovate it and had rehearsals down there.

Parallel we formed a political oriented group called "urKult" with which we demonstrated in the context of "music in the ghetto" mostly outside concerts managed by the then German music management monopolist Lippmann & Rau.

Mr.Rau then later had invited me into his office and wanted to find out what we really wanted.I told him that we need an open and broad free music scene in Frankfurt which is not restricted by his selections.He compromised and was ready to cooperate with me under the label "Total Music Society".Then I started to contact the Museums (Historisches Museum etc.) in Frankfurt asking to open their institutions for concerts organized by the "Total Music Society". Without any success.
Later,Dr.Buroch started to succeed with this concept in Frankfurt.

Another uneven event during these protest times was my crash with the Albert Mangelsdorff concert management "Claus Schreiner" in 1968.
He wanted to withdraw our fee (50,--DM per player) after performing at the Club Voltaire in Marburg for some odd reason.I refused.He wrote the 15th of July 1968:

"Sehr geehrter Herr Harth,Ihr Schreiben vom 14.d.Mts. habe ich erhalten.Abgesehen davon,mit welcher Überheblichkeit Sie sich erlauben die Kritik an Ihrer Person durch Polemik zu kontern,teile ich Ihnen mit,dass natürlich ein erneutes Gastspiel Ihrer Gruppe nicht infrage kommt - weder im Marburger club Voltaire - noch dort,wo ich Möglichkeiten habe Einfluss zu nehmen."

Surely no good career starters for me...

The new club in the Gutleutstrasze never really opened.We had hippy friends living there who made open fire in the basement which meant more troubles as well as surprising water flooding on the floor when it rained outside.
Christoph Lauer came over to sit in with his violoncello in a
“just music” session. After,he decided to change from cello to tenorsax. But what we where interested in was a third cello-player. Too bad. So,things spread from there.

Mrs.Yi & Mr.Oh


A fire at the DMZ was caused at night by manoeuvring militaries.
A23H went to watch the site the following day,the 25th.
Not much blacked earth on the ground of a tiny island behind the barbed wire.A man was there with a camera.Mr.Oh was a member of the Korean Wild Birds Society and taking pictures of rare birds.
His ornithological friends hat camouflaged one meter long camera telescopes and caught eagles,blue & red rare birds.
I prefer those friendships to hunter’s groups who really kill.
Yi and Oh also reads "2" and "5" in Korean.
A day later Mrs.Yi & me made a walk-in at the DMZ „Give innocence a chance“ accompanied by a white & a green dog.
President 2MB so far quickly burnt down the peninsulae’s economy within a short time of a year. A fire devil in his neck.

Out of Finnegans Wake



[4:15 600.28] But so bare, so boulder, brag sagging such a brr bll bmm show that, of Barindens, the white alfred, it owed to have at leased some butchup's upperon. Homos Circas Elochlannensis! His
[2:10 348.26] womth and wamth, we war, and the charme of their lyse brocade.
For lispias harth a burm in eye but whem it bames fire norone screeneth. Hulp, hulp, huzzars! Raise ras tryracy! Freetime's


Vielleicht warens Avatare?



Freie Überdrussäusserungen älterer Herren von heute – knapp eine Woche deutsches Feuilleton am nahen Ende eines Jahrzehnts.Aufgeschnappt während einer Minitour in Portugal (zwei Konzerte,diverse Aquisitionsgespräche mit dem Label Clean Feed und Musikern (Mental Liberation Ensemble, 4 Corners u.a.)

Reich-Ranicki(Fernsehmist),Michael Cretu (Musik ist wie Klopapier:beliebig & austauschbar),Konrad Boehmer(Chaos & spitze Degen gegen jeden)

German TV war bereits spätestens vor 15 Jahren müder Mist geworden.Ich hatte mehrfach mit kleinen Analysen darauf hingewiesen.Seltsam,dass kaum jemand dagegen aufbegehrt.Das neue Foto von RR – als kluger Kopf auf einem Schrotthaufen von TV-Geräten werbend – fand ich witzig & ein wenig avantgardenachholend im Alltagsbetrieb: es erzählt was & reizt zugleich.Boehmer geht einen Schritt weiter, liebt ebenfalls diesen Quatsch:“RR ist doch die personifizierte Implosion des ganzen Systems: ein brüllender Biedermeier in grellem Gelände…er ist …der Held im letzten Akt seiner eigenen Schmierenkomödie,sein eigener Fetisch.Schauen Sie,wie er sich in diesem letzten Akt – das versteinerte Top-Produkt der deutschen Unterhaltungsindustrie – nochmal der Reklamewirtschaft an den Hals wirft.“
Weiter fällt auf die neu einsetzende Demontage des Riesen Adorno (Briefwechsel Adorno – Siegfried Kracauer) & Boehmer legt wieder nach, bringt Adorno mit dem CIA in die gleiche Schublade: Aktivitäten in den 50ern („Die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik waren eine Initiative der amerikanischen Militärregierung.Der Congress of Cultural Freedom,eine CIA-Organisation,veranstaltete schon 1954 in Rom einen Kongress,um Avantgarde-Musik zu promoten.Der Komponist Nicolas Nabakov war bis 1963 der Generalsekretär.Die Amerikaner hatten sich tatsächlich von Adorno einreden lassen,dass eine emanzipierte Kunst eine emanzipierte Gesellschaft zur Folge hat – und dass eine Katastrophe,wie der Nationalsozialismus eine war,so verhindert werden könne.Auch Zwölftonmusik hätte Hitler nicht verhindert.“)

Plakette am von Adorno gegründeten Institut für Sozialforschung,Frankfurt/M

Auch dass „Teddy Adorno bei der „Kölner Schule“ (Stockhausen,Kagel,
Koenig,Zimmermann und der „ewig grinsende John Cage“)von einem zum anderen hüpfte.Boehmer beschmutzt locker das eigene Nest und freut sich über Kapitalismus („Der Kapitalismus ist die höchste Zivilisationsstufe“) – was gibt’s dann gegen den CIA zu wettern,der damals Strategien gegen die Sowjetunion ausheckte?
Zentrales Anliegen Boehmers ist das Neo-Biedermeier: „Gerade geht es nicht um die Umwertung aller Werte,sondern um die Entwertung aller Umwertungen…kindlicher Glaube an pseudo-wissenschaftlichen Unsinn,mathematisch unterbaut.Bis Banker und Komponisten selbst nicht mehr verstehen,was sie verschachern.Das Neo-Biedermeier ist die Antwort“.
Dies war bereits vor 10 Jahren feststellbar und schien wie ein drückender Schuh. Was Boehmer,Cretu und RR gemeinsam ist: sie hocken zu nah dran,im Besitz von reichlich Geld,Ämtern & Macht,was wohl Überdruss erzeugt.Also: Schuhe ausziehn, meintswegen auf Bäume werfen (Wag The Dog),oder weiter raus in die Welt ausziehen (Amsterdam & Ibiza sind zu nah dran,Herr Boehmer und Herr Cretu) & mehr Mut zum eigenen Verschwinden.Schon Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth gab bereits vor 10 Jahren in inbrünstigem Quotenbiedermeierstil die Devise: „Wems in Frankfurt nicht gefällt,kann ja wegziehen“. Klar doch,meckern macht alt & uncool.Spitze Degen lassen sich leicht umdrehen.Spinoza war auch ein Produkt seiner Zeit,da kann man nichts machen.Also macht halblang,Gentlemen, und haut rein/ab.
Weiter zu Phil Glass & Disney...

Vielleicht warens Avatare?

30.11.2008

Duk Sahn carrying his bowls



One day Duk Sahn came into the Dharma room carrying his bowls. Seeing this,the housemaster,Seol Bong,said,“Old Master,the bell has not yet been rung and the drum has not yet been struck.Where are you going,carrying your bowls?“
Duk Sahn returned to the master’s room.Seol Bong told Am Du,the head monk.Am Du said,“Great Master Duk Sahn does not understand the last word.“
Duk Sahn heard this and sent for Am du.“Do you not approve of me?“ he demanded.Then Am Du whispered something in the master’s ear.Duk Sahn was relieved.
Next day on the rostrum,making his Dharma speech,Duk Sahn was really different from before.Am Du went to the front of the Dharma room,laughed loudly,clapped his hands and said,“Great joy!The old master has understood the last word!From now on,no one can check him.“

Kong-an by Zen Master Seung Sahn,from Only Don’t Know,Shambhala Publications

fz – tage besonderer musik





fz,hart anschlagen – den bass,die drums,gitarre & gebläse,töne & geräusche erforschend.besondere musique erzeugen,fort zu anderen klangereignissen,free zigzag of improvised music.

Das FORUM IMPROVISIERENDER MUSIKER – FIM – bleibt kräftig & stabil und sieht sich in der Lage,trotz aufsteigender nationaler Konjunktur,nun zum 3.Mal ‚tage besonderer musik’ als zweitägiges Festival zu garantieren.Ohne zweifel bietet das Programm der ‚new improvised music’ wieder ein ereignis von überregionaler Bedeutung.

Bei stetig sinkenden Diäten der FIM-Veteranen des Rhein-Main-Kanals demonstriren diese eine großartige Werkschau der mannigfaltig verknüpften Szene.
So etwa – wie schon oft – die auratischen Bands ‚Albaquerque’, ,Bulphata’ & ‚Faunenverschiebung’.
‚Whiskey for my Tonny’, ,Freundschaft’ und die ‚Enteropneusten’ ziehen dem Volk im Cry-stop-Verfahren variierender CONSTELLATIONS die letzten Schuhe aus.Kurze Schlaglichter der Frankfurt-Red&Art-Peace-fraktion.

Aus Köln,nahe bei Bonn,kommen ‚Paire A Dice’ mit dem aus New York stammenden Saxophonisten Jefrey Morgan und Joker Nies,der mit über Computer erzeugten Klängen arbeitet, ins Odd Parliament.

Minister Heinz Sauer,mocker Alfred Harth und malve Daniel Franke concipirten ein klares Ensemble zum Gedenken an Eminenz Paul Hindemith.
‚Free wheelin’ mit einer stark vom Rock beeinflussten Musik und ‚Vogel2Gesicht’ starten als novae in pleinum.

Ebenfalls aus New York lud die simulationsdemokratische Genossenshafft des FIM den Free Jazz Saxophonisten Charles Gayle.

Kommen Sie zu zwei glänzenden abendtagen im Informationsschutzbunker,während draußen die Titanic ein wenig länger auf Sie warten wird.

3. und.4. Oktober 1995 im Gallus Theater

FIM – Frankfurts Indeterminable Musique ist eine Eigenorganisation Frankfurter Musiker ohne Ämter.

follow zymotics / fan zone / favour zounds / fast zlow / full zufall / forum zensible / fuck zero / form zplit / fight zeit / fake zodiac / fantastic zoo / fat zenith / farting shit / fine ziel


Dan & Al sind ziemlich
verzweifelt.Die Abtei in
Werden-Essen findet ein
H darin.
Schlecht durchdachter
Haikuquatsch meint Dan.

Jeder Weg ist für FIM
zu weit & die zeit nicht
reif für changdynastien.

Al läßt sein H wieder
spalten & deckt notbe=
helflich sein 2.Außen=
hirn mit Hansaplatz ab.

„Bull batta“ schreit Dan
& das nicht zum vergnügen
legs-athenisch doch nicht
ohne bedacht verschlüsselt –
doch vor wem?

Es ist das Dritte,was aus
der sekundärliterutar
erwachsene kommandohaft
aus dem unbekannten bauch
rausspringt.

Dan fürchtet um seine
Genkrone & läßt Al
vorerst in Zorn & Schweiß
Tausend Oktavenpussies
verwurschteln im Misosuppie-
delta den steam von Al’s Atem

Dan Misraim schlendert dort,
wo eh das leben wohnt,auf der
straße mit einem nackten Yam-Haar
weg von dem architecte africaine

Aber die Agentuhr,die agnteur?
Gedankenhotel ohne H ist legas=
tenisch meint Fred.Scholastisch
gesehen ist eine (meine) Krone one
H, meint Dan,kein desaster.

Al & Dan sind zimlig ver2felt.

1997

Schlaechtes Schmierentheater

Seit 20 Jahren öffnet sich Nordkorea alle zwei Jahre für sein Filmfestival in Pyonyang.Es ist ein „brain child“ von Kim Jong Il, notorischer Filmfan mit einer persönlichen Bibliothek von 20.000 Titeln.Seit kürzlich der „Dear Leader“ einen Schlaganfall erlitt und jetzt wohl einen zweiten - die traurigen Amtsgeschäfte führt neuerdings sein Schwager - ,werden die südkoreanischen Geschützstellen pico bello vom wuchernden Unkraut der „sunshine politics“ der zwei letzten leicht linksgerichteten Präsidenten gesäubert,die Bunker entschlammt & erhalten FeindesInfektion durch Order der aktuellen „Ratte“ im Blauen Haus,wie der stark rechtsgerichtete heutige Präsident im Volksmund genannt wird.Er brachte es ausserdem fertig,das Land innerhalb von 8 Monaten in ein wirtschaftliches Schlamassel zu führen,mit einem augenblicklich extrem schwachen Won,einem erstmaligen Staatsdefizit seit 10 Jahren.
Kurz,er rollte die Situation 10 Jahre zurück,als Südkorea unter der letzten rechten Regierung eine krasse Krise erlebte,aus der die zwei linken Folgepräsidenten das Land herausgeführt hatten neben allem anderen Sunshine.Die „Ratte“ – oder auch „2MB“ – schimpft derweil pathologisch besessen auf alles,was sein Vorgänger installiert hatte und deliriert von den bewussten letzten 10 Jahren als „the dark ages“.
Kim Jong Il ist noch klargenug im Hirn,diese Ratte als schlecht aufgestellte Marionette zu bezeichnen - es ist einfach nicht zu fassen,dass nach 8 Jahren Bush-Desaster immer noch die Hälfte der Amis den McKain-Weg einschlägt - und fordert vom „Verräter“,den neuen Regierungshass auf Nordkorea und solche Maschen,wie mit Ballons Kassiber über die Grenze zu senden, doch dringend zu unterlassen,ansonsten Südkorea bald einem Trümmerhaufen ähneln würde.



Nun gut,die anderen 110 Filme des Festivals sind aus 46 Nationen.Sie sind zwar nicht propagandistisch,betonen allerdings Spiesserei und zeigen landwirtschaftliche 3.Welt-Gegenden in Iran,Ägypten et altera,die wirtschaftlich dümmer als in Nordkorea dran sind.“Assembly“,ein Chinesischer Kriegsfilm von Feng Xiaogang, gewann den grossen Preis der „closing ceremony“. Das Publikum will Filme über die „geile“ Welt sehen,aber das ist von oben nicht so richtig vorgesehen.Tickets werden an der Kim Il Sung Universität zu Schwarzpreisen verschoben.Die Reaktionen des Publikums sind überaus frisch und natürlich,es antizipiert nicht das Ende des Films,wie sonstwo halt üblich.

Einige Filme sind auch aus Germany.Etwa „Vorbild“(script: Gedankenhotel): Ackermann hat im Jahr 2008 wieder einen Bonus erwirtschaftet.Zusammen mit drei anderen Vorstandsmitgliedern ist er sich einig,die Boni an sich verdient Gemachte abzugeben.Unter diesen ist die Jüngste,ein Lehrling,die sich darum verdient gemacht hat,einen Wasserschaden in der Kunstsammlung des Hauses (Damien Hirst,Jeff Koons et altera) zu verhindern. Putzmänner waren unachtsam gewesen.Die Lehrling erhielt 6,5% der Versicherungsbeiträge (nicht der Versicherungssumme!),in Euro: 1 Million von der Bonuskasse der vier Aufrechten.
Sie legte diese Summe bei der Deutschen Bank an und braucht ihr Leben lang nun kein Geld mehr zu verdienen.Worauf sogleich der amerikanische Immobilienhai Trump die Deutsche Bank auf 3 Milliarden verklagte,weil er keinen Bonus erhielt.Andere sich verdient Gemachte – ca. 59 weitere Personen - mit einem durchschnittlichen Einkommen von 2000 konnten ebenfalls von der Bonussumme der vier Männer (gesamt für das Jahr 2008: 35 Millionen) was abbekommen und brauchten fürderhin für den Rest ihres Lebens auch nicht mehr sich darum mühen,monatlich 2000 einzunehmen.Sie hatten nun mehr & ohne jegliche Arbeit.Vorbildlich,es wimmelt von Vorbildern!
Dieser Beitrag kam im stalinistischen Nordkorea besonders gut an.
Eine Sorge sind neuerdings die aus China eingeschmuggelten Piraten-DVDs,die privat angeschaut werden.Der populärste Renner ist „Titanic“ wegen des Datums des Schiffsuntergangs am 15.April 1912,dem Geburtstag von Kim Il Sung.Ansonsten ist Pornografie jeglichen Ursprungs willkommen.

Transforming Cage's 4'33''

video
by Christoph Korn

Sicher versenkt

Die Elfen und die Bankenkrise

Noch am 15. September 2008 schimpfte BILD, dass die Deutschen ihr Erspartes lieber auf das Sparbuch einzahlen, „wo es oft nur ein Zehntel der Zinsen bringt!“ Unter der Überschrift „BILD sagt, wo Sie ihr Geld sicher und gut anlegen“ wurde den bedauernswerten Lesern an erster Stelle die isländische Bank Kaupthing Edge empfohlen. Dort bekomme man die höchsten Zinsen, nämlich 5,65 Prozent.

Im August dieses Jahres, als ich mit der Band Stereo Total für ein Konzert nach Island fuhr, hatte die isländische Krone auffallend viel an Wert verloren. Wer wegen hoher Zinsen dort ein Konto eröffnen wollte, befand sich also in bereits realer Gefahr, Geld zu verlieren. Selbst die Fluggesellschaft Iceland Air warb mit Slogans wie „So billig wie noch nie!“ Ein Bier in Reykjavík kostete „nur“ noch fünf Euro. Während wenige Monate zuvor ein Euro noch für achtzig isländische Kronen getauscht wurde, waren es nun bereits hundertunddreißig Kronen. Anfang Oktober stieg der ISK- Kurs kurzzeitig bis auf über dreihundert, bis er sich wieder etwas erholte. Insgesamt hat die isländische Krone, die kleinste Währung der Welt, gegenüber dem Euro zeitweise siebzig Prozent ihres Wertes verloren. Doch wo befinden sich diese siebzig Prozent heute?


Sie haben sich buchstäblich in Luft aufgelöst, wie auch die Guthaben vieler Isländer, die in die „sicher“ genannten Fonds ihrer am Ende der 90er im Fond- und Aktienrausch privatisierten Banken anlegten. Hat das etwas mit der unsichtbaren Parallelwelt zu tun, in der die Elfen verortet werden? Nicht unbedingt, denn im Land gibt es – entgegen eines weitverbreiteten Stereotyps – prozentual nicht unbedingt mehr Menschen, die an Übernatürliches glauben, als in Deutschland. Die regierenden Politiker, wie der ehemalige isländische Premier David Oddson, waren lange Zeit Vertreter eines strikt wirtschaftsliberalen Kurses. Sie stehen eher für rationales Denken und Vernunft. Nicht aber für den Glauben an Elfen, an das Unsichere, das Unbestimmte und Unkontrollierbare. Folglich hat David Oddson nun auch die Aufsicht über die inzwischen verstaatlichten, drei isländischen Pleitebanken übernommen.

Die deutschen Kunden der zwangsverstaatlichten isländischen Bank Kaupthing Edge müssen weiter auf eine Entschädigung warten, meldet die Telebörse bei ntv: Ihre Ansprüche sollten sie daher jetzt schriftlich geltend machen. Die deutsche Kaupthing-Filiale war vorige Woche von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geschlossen worden. Zuvor hatte die isländische Muttergesellschaft bereits die Online-Konten der deutschen Niederlassung gesperrt. Nach BaFin-Angaben hat Kaupthing in Deutschland etwa 30.800 Kunden und Einlagenverbindlichkeiten in Höhe von 308 Millionen Euro. Laut "Wall Street Journal" wetten zudem inzwischen vierzig Hedge Fonds auf einen Zusammenbruch von isländischen Unternehmen.

Für deutsche BILD-Leser, empfiehlt sich deshalb eine zusätzliche schriftliche Eingabe bei den Banken der Elfenwelt, meint Veturlidi Gudnasson, Chefdolmetscher des isländischen Fernsehens. Er übersetzt unter anderem die Kindersendung „Käpt’n Blaubär“. „Die Elfenwelt muss man sich als eine Parallelwelt vorstellen, die unsichtbar von unserer existiert“, verrät er mir. „Was sich da abspielt, ist durchaus verwandt mit den Seemannsgeschichten des Käpt’n Blaubär.“

Leider werden die feinstofflichen Wesen von Deutschlands größter Tageszeitung immer noch nicht ernst genommen: „Kein Märchen – Berliner Bezirksamt finanziert Elfenatlas!“ titelte noch 1997 die BILD-Zeitung, als ich im Rahmen der „Dezentralen Kulturförderung“ eintausend DM für den Druck einer Landkarte erhielt. Diese Karte zeigte die Elfen- und Zwergenpopulationen rund um die Monumentenstraße im Stadtbezirk Schöneberg. Endstation des damit verbundenen Schöneberger Elfenrundganges war das Grab der Gebrüder Grimm auf dem St. Matthäus-Kirchhof. „Der reine Neid aus dem Springerhaus!“ vermutete seinerzeit die Bezirksbürgermeisterin. Wegen des „Elfenatlas“ wurde sie damals in BILD der Verschwendung von Steuergeldern bezichtigt und als irr lachende Wahnsinnige portraitiert. Unterzeile: „Findet den Elfenatlas toll – Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Ziemer (Grüne).“

Wie erst jetzt bekannt wurde, waren aber bereits in jener Zeit Elfen und Zwerge als Anlageberater und Autoren für BILD tätig. Von ihnen stammen vermutlich auch die aktuellen Tips in der BILD-Rubrik „Mehr Geld und Karriere“. Zwar werden als „Finanzberater“ dort die Namen „S. Ernst“ und „C. Martens“ angegeben, aber – so mutmaßt Veturlidi Gudnason in Reykjavík – könnte sich dahinter in Wirklichkeit eine spezielle isländische Elfenart verstecken: Die „marbendill“, übersetzt: Meerjungmänner. Sie könnten das Geld deutscher Märchenfreunde sicher versenkt haben. Auch optisch sei das ein durchaus ästhetischer Anblick: Abgebildet auf den isländischen Münzen befinden sich ausschließlich Meerestiere, Fische und Krebse.

Úlfur Hródólfssson
(Präsident der Walther von Goethe Foundation)

Die Walter von Goethe Foundation Seoul


öffnete einen koreanischen Tokaebi Think Tank, um mit ihnen einen Zirkus zu gründen, der mit Aktien jongliert.

Norden beschimpft Süden: Korea droht totale Eiszeit -
"Falls die Gruppe der Verräter den Weg der rücksichtslosen Konfrontation gegen die Volksrepublik weiter beschreiten und trotz wiederholter Warnungen ihre Würde verunglimpfen, wird sie gezwungen sein, eine wichtige Entscheidung zu treffen, darunter die totale Einstellung der Nord-Süd-Beziehungen", schrieb "Rodong Sinmun".

Der Ölpreis ist wieder unter 70$ - warum eigentlich nicht mehr 150?

Der Kospi in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul fiel um 85,53 Punkte oder 6,38 Prozent auf 1254,75 Punkte. Ein Analyst, den die nationale Nachrichtenagentur Yonhap zitierte, sprach von "Panik" im Markt.

Verschärfte Rezessionsängste hatten den US-Börsen am Vortag neue dramatische Verluste beschert. Die Wall Street erlebte ihren schlimmsten Tag seit dem Börsencrash im Oktober 1987.

16.10.2008

Profil mit Rahmen



Kürzlich kam ein Kollege mit ein paar Teilchen ins Büro, um etwas "gutzumachen" - so seine erste Aussage.
Dabei hatte er Geburtstag und wollte uns etwas ausgeben.
Mir viel dann beim Stichwort "gutmachen" die LP "Es Herrscht Uhu Im Land" von Heiner Goebbels, Alfred Harth, Christoph Anders, Paul Lovens (ob es dieser Paul Lovens ist, ist mir nicht eindeutig klar), Rolf Riehm und Annemarie Roelofs.

In dem Stück "Meinen Eltern" hatte Alfred Harth folgenden Text geschrieben:

ich will wieder gutmachen
ich will wieder gutmachen
ich will wieder gutmachen
ich will wieder gutmachen

Oh Mamma Mamma Adolf
Oh Mamma Mamma Adolf
Oh Mamma Mamma Adolf
Oh Mamma Mamma Adolf


Was mir auch immer gut gefallen hatte, war von Alfred Harth "Ich nicht mich dich":

Ich nicht mich dich
es muß das los sein
es muß es muß es
doch auch dich muß ich

er kann doch auch
dich kann er und
ich nicht mich dich

Und dann darf "Mahlzeit" von Ernst Jandl ja auch nicht fehlen:

haben stecken in das mund
das nudelrund auf gabel
haben zumachen das mund
haben rausziehen aus mund
ohne nudelrund das gabel
sein drinbleiben in mund
ohne gabel das nudelrund
haben schlucken das nudelrund
sein das nudelrund gehen in magen
so machen haben oft
essen haben pasta asciutta

Ernst Jandl, aus Der Gelbe Hund. Luchterhand 1980

Schließlich sollte dann hier auch der Kurt Schwitters mit "Welt voll Irrsinn" nicht fehlen:

Ich
Du
Er sie es
Wir ihr sie,
Ein Friedhof,
Lebendige Forellensauce überlaut.
Ich über du
Überlaut
Forellenfriedhof über
Er du Forellenfisch
Lebendig still
Du!
Ein Friedhof überstill
Wir leben
Wir
Forelle lebt Friedhof
Lebendige Forelle spielt
Wir spielen leben
Ich spiele du,
Still
Spielen wir?
Leben wir?
Wir
Ihr
Sie

Kurt Schwitters um 1919, aus Das literarische Werk Band I, M. DuMont Schaubert

Was waren das noch für Zeiten, 1981 aufgenommen, JAPO / ECM Records.

Ein Wittgensteiner (Roland Treude) auf Abwegen

* 14. Jun 2007

google generated dada



Kulturstadt Frankfurt: Szenen, Institutionen, Positionen,1990:
Seine erste Band, das »Alfred Harth ... der Free Jazz mit seinen Utopien herrschaftsfreier Kommunikation hatte Alfred Harth in seinen Bann geschlagen.

Musik und Gesellschaft /Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR,1983:
Am traditionellen „Tag der Betriebe" war das Jazz-Duo Heiner Goebbels (links) und Alfred Harth zu Gast im VEB Herrenoberbekleidung.

Musica: Monatsschrift für alle Gebeite des Musiklebens,1985:
Die endgültige Peking-Oper Heiner Goebbels/Alfred Harth: Frankfurt-Peking.Eigelstein riskant 4011. Der im Grenzgebiet zwischen Jazz und Avantgarde ...

Salz im Blut,1990 :
Heiner Goebbels und Alfred Harth bringen eine Platte heraus: Zeit wird knapp.Auch in seiner Münchner Zeit liest Brecht viel Zeitung.

Theater in Österreich: Verzeichnis der Inszenierungen 1980/81:
Frankfurt am Main Drei Frauen - Mitten im Sumpf - Hunger nach Sinn von Alexander Kluge Musik: Alfred Harth Regie: Paul Binnert

Meine Jahre mit Joschka: Nachrichten von Fetten und mageren Zeiten von Jürgen Schreiber , 2007 :
... Heiner Goebbels am Synthesizer, Chris Cutler an den Drums, Alfred Harth spielt das Saxophon. ...

Cadence von Bob Rusch ,1980:
"I Was Just" w P Kowald / J Betsch Alfred Harth^

Fanfare,1985:
Alfred Harth: This Earth!. ECM 1264, Harth is a powerful soloist who plays all ... Even so, within the framework, Alfred Harth has created a moving ...

The Penguin Guide to Jazz on CD ,2002 :
The ECM label's third release - following a superb Mal Waldron session and a thoroughly forgettable band led by the enigmatic Alfred Harth – highlighted

Fauste Painting,2008 biqdefbucgy :
HEINER and ALFRED HARTH: Hommage/Fier Fauste fur Hanns Eisler + Von Sprengen des ... Bruce Lee's Fauste der Wut Painting. Click on the picture for a larger image. Also by Tom Boswell: ... The paintings I was making at this time

From books.google

Skizze für eine Lecture an der Seika Universität,Kyoto,21.Juli 2004





Viele Japaner glauben,Fremde könnten ihr Land & seine Gepflogenheiten nie ganz verstehen. Im Lobby höre ich: „ I am not a table“, auf der Strasze: „ I am not...“ Die japanische Grammatik stellt das Objekt zuvor: „CD I am not“ – angesprochen gefühlte Eigenheiten,Adjektive subtiler Art fallen durch mein grobmaschiges Ausländersieb,so wie als diese junge Frau aus England,die beim Tokyoer Theater jobbt,dem anwesenden Publikum in lausigem Japanisch mitteilt,dass es leider noch einige Probleme mit der Elektrizität gäbe,bevor das Stück,das auf einigen Stories von Haruki Murakami basiert,beginnen könne.Doch dann flackern bereits die ersten Videos über die Bühne und die sich breitgemachten Peinlichkeitsgefühle in der Audience weichen erleichterter Heiterkeit,als man erkennt,dass dieser kurze Auftakt Teil der (englischen) Theaterinszenierung ist. Ein guter Zug.
Memo1*
Peinlichkeit ist ein legitimes Medium.
Memo 2*
Marionetten haben nur auf der Bühne gut platz,so wie Schachfiguren auf dem Brett.
Memo3*
„Ich bin ein Instrument in Gottes Hand,“ liest der Japaner wohl als: „Instrument in ich Gotteshand.“ Wobei wir bei der Poetry wären.

Peter Greenaway vermisst & versammelt & zieht seine Gedankenfäden.Sammelt er auch den Orangenbaum im Westen, die 18 Stufen , den Cherry-tree im Osten & den weiszen Sandgarten vor dem Shishinden im Kyoto Imperial Palace? Die Y-Form des städtischen Flusses aus der Luftperspektive? (So wie der Hangang in Seoul ein W bildet). Und kann er all dies verknüpfen? Ja mehr: die 3 gelben Sterne auf dem Dach des P-hour an der Kyoto Universität, die die Erinnerung an die 3 Tode der Red Army-Guerillas 1972 in Tel Aviv symbolisieren soll? Und: die Tatsache,dass Otomo Yoshihide seine Liner-notes zu „wE iSIST?“ 10 Jahre nach Entstehung der CD ändert,weil ihm wohl seine Bedenken über Japans „cultural invasion“ in Hong Kong fern geworden sind? Weiter,die schwarzen,knarzenden allanwesenden Kyoter – als auch Tokyoter – Krähen? Das Tief-dunkle des Shokokuji-Tempels, ja all der rabenschwarzen buddhistischen Anlagen Japans, vielleicht Ninjas, und kann er verbinden,dass Shinran Shonin das „Pure Land by the Buddha of infinite Life (Amida Buddha)“ etabliert? Kann er verbinden,dass ich das verstehe?
Memo 4*
Schwarze Magie findet oft ein jähes Ende,so wie die Linksverdrehung der Swastika
& die Linksverdrehung der Totenköpfe auf einer SS-Uniform.
Memo 5*
Wahrheit ist wie ein Ypsilon – man kann nicht verdrehen.

Kann er verbinden,dass Morton Feldman eine Reinigung – geerbt – zum Lebensunterhalt betreibt & entsprechendes komponiert?
Pierre Boulez,als Nichtamerikaner,findet dies zB völlig lächerlich.
„Die Kamera steht dem Film im Weg.“ (Peter Greenaway)
Memo 6*
Spiele.

Bobby Fischer ist umstritten. Umstritten wie Wilhelm Reich. Beide bereits als Lunatic verdammt,von der Presse und den Torhütern der Macht in Amerika. Bobby Fischer ist gerade mal gut, 1972 im Kalten Krieg für die uSA als chess-grandmaster einen Stich zu machen, wenn er den UDSSR-Mann Boris Spassky schlägt. Ab da muss Fischer sich selbst schlagen & die Juden,seine Vorfahren und 1992 wieder Spassky in Yugoslawien & dann wieder sich,weil er das Match entgegen der gerade von den uSa gegen das ehemalige Yugoslawien verhängten wirtschaftlichen Sanktionen abzieht & mit seinem Sieg 3,3 Millionen Dollar schachert & sodann wieder die USa schlagen muss,bzw. diese ihn, als er zuletzt bei der Ausreise aus Japan mit einem ungültigen Pass gestellt wird.
Memo 7*
Ein König kann nicht Bauer werden.

„Not so long ago, it was possible to get through life never having heard of DD...“ ist ein prima Cappuccinosatz aus der Zeitung. John Lloyd, ein Mann gleicher Medienzunft, sieht, wie sein Medium die westliche Gesellschaft zerstört, mit Mitteln der Hähme & Permanentkritik.
Memo 8*
Gesellschaften können zugrunde gehen,Energie bleibt.

W Bush hat bis jetzt 2 Kriege angezettelt und weit über 15.000 Leben auf dem Gewissen, nicht sehr umstritten.
Memo 9*
Wer nur von Musik was versteht,versteht auch davon nichts ist richtig falsch.

SchachfigurenMassenmörder werden in aller Welt geschützt, solange es der Weltherrschaft dienlich ist. Bauernopfer sind nix Neues.
Memo 10*
Ruhm is mist.

Es ist nicht alles „un album de jazz post-modern du 21eme siecle realize par Naruyoshi Kikuchi“, wo das draufsteht, oder vielleicht doch & ich habe das als Nichtjapaner nur nicht ganz verstanden.
Memo 11*
Verpackung kann verpacken,hhh.

Eine andere Ecke der Welt, die Sehnsucht zum Sieg. Missverständnisse & Fall, die Angst & Peinlichkeit,das Vergessen, schwarz-weisse Flicken, das gemachte Vergessen, die Täuschung, der Turm & Springer und das Feld ausserhalb des Feldes.

Memo 12*
Rhizome sind auch nur Bäume / Mille Plateaux sind univok & nicht.

Memo13*
Mull-ah Nidur-san immerfremd muss bleiben!

Stranger on the shore



Es ist kein Himmelspalast & auch kein sich verjüngendes Gerüst, das sich aus Fragen, wie sie nur Architektur stellen mag,oder mathematisierender Serien welch aperiodischer Verfallslogik auch immer, Gerüche speichernd aus Mottenpulverzeiten in ellenlangen Korridoren,hoch potenziert auf Modernitätsformat von 1912,links stets schwarzschattig,da auf permanentes Kunstlicht (Neon) angewiesen,fad stechend von Treppenhäusern her,die offenstehen & vom Abrieb windsalzigem Putzes müffeln.Bekannte erschauern in Tiefentaufe & semantischer Ausgelassenheit beim Erinnern von hellem Echohall trippelnder Geishas,die, zu Besuch im Apartment Ceeno Keerkenbows,nichts wissen wollen vom kompositorischen Spielwitz des fünfundsechzigjährigen:
Holzstühle, abgesägt um 1,5cm an einem Bein. Ein Gastmahl,jahreszeitlich gerecht ausgewählte Miesmuscheln in Weissweinsauce mit Sellerie,paraphilisch eingelegt in säuerlich mariniertem Jedermann (bei japanischer Contenance).Belgische Spitzentischdeckchen und ein Blick auf weisse Gekräusel,ein Blick aufs Meer & seine grauen Wellen,die sich matt gekrönt auf den Sand am Oostendestrand abwälzen.Achtes Geschoss und keine Spur von Solidarität.Geöffnete Fenster? Frischluft? Ein wenig Meeressausen durch einen klitzekleinen Schlitz? Non, nur in der Einleitung bitte,im Treppenhaus ohne Elevator.Es ist keine Schokoladenseite, wo wir sitzen: wir blicken auf die Nordsee & Ceeno streift unbedacht tannengrüne Japanseiden,Ärmel mit bordeauxroten Revers.
Hinter uns auf gefaktem Kaminsims die Krötensammlung.Schwarzer Marmor,Elfenbein natürlich,sogar Bernstein im Hauptteil.Sie sind still & spielten ehemals eine Rolle beim Brand von Edo,als rufende Warner.



Hinter dem Vorhang ein Anrufbeantworter,der sich automatisch einschaltet: Anselm Kiefer.
Tee mit Milch (und Zucker),Silber.Die schottenkarierte Wollweste Albert Aylers auf dem Plattencover,Foundation Maeght.
“Wenn keine Fragmente...“ helles Frauenkichern und schnellstakkatiertes „Hai,hai“ – „Nun, George Ives liess also seine Kapelle am Ortsende antreten,gab einen Marsch vor & schickte sie in Richtung Dorfmitte.Was aber Ives den Musikanten verschwiegen hatte,war, dass zugleich – den gleichen Marsch spielend – die Musikkapelle des Nachbarorts vom anderen Dorfende her ebenfalls Richtung Hauptplatz marschierte.“ Silence.Ein paar Takte sehr gedämpftes Meeresrauschen,dann Likör & Trapist.(In einer Gehaltsästhetik scheint möglich,was bei bei einem rezeptionsästethischen Ansatz a priori ausgeschlossen ist: das Erreichen von Originalität durch Refelexion & bewusste Regelbildung). „Agnostiker mit Gil Blas’cher couleur“ stiess Keerkenbow abrupt hervor & das Wissen um den eigenen Tod als grossen Ausschalter des Lebens halte er für Durst danach – mit leichter Beugung zu seinen asiatischen Gästen – wobei er offenliess,ob Durst nach Tod,oder Durst wo nach. „Holy Donner!“ piepste es ganz schnell. „What?“ – nochmal sehr schnell:„Only don’t know“. Es schien zu schneien,ein weisser Wolf.Etron fou;beim Blick vom Balkon weht ein Dauerton „von La Monte Young“ (haiter), am Strand schlendern zwei Männer in ihren Anzügen.
Rasch die Sache zuende bringen,gehen,impulsartig.„Mechanical Bright“,fraktierende Statements zu einem Faustschlag Nonos.Durchsitzen & wackeln mit dem Stuhl,beharrlich,in den „Desastres della Guerra“ blättern.“Überall in Europa & Amerika hat der Wechselstrom 50 Hertz & überall ist dieses G zu hören.“Auf dem Schreibtisch Schönbergs Partitur „Vorgefühle“. Ein Motor,keine Katzen.Schnell. „Wohin gehen Ssie – an der Stupa entlang? Entlang? Horizontal? Kann man nicht sagen,Syntax, Grammatik , Kanon, als Urheber von Gemeinschaft & Häusern,freundliche Vokalrhythmik.Pure Chemie aus Mynonas Wohlwohnfarbkasten,period.Die Grillen klingen matter, als wärs ein Tinnitus,fast gemein & Rauchzeichen von schon immer,in der Nase beissend von Toxinen.Grosse Schildkröte,aus deren Nüstern bläuliche Longevitydünste blühen,die Hellene nicht kennen kann. Antioxidante Essensorientierung,Dinner kredenzt,später belgische Pralinen jenseits des Himalaya, obendrauf legt man ein dünnes Plättchen Schokolade aus grünem Tee (das ergibt eine dunkelgrüne Farbe).
„In der kognitiven Musikpsychologie wird im Bereich der Grundlagenforschung unter vielen anderen Gegenständen untersucht,wie Töne zu Melodien gruppiert und unter welchen Bedingungen sie als dieselben erinnert werden.Nähe der Tonhöhe,Klangfarbenähnlichkeit und zeitliche...Selektionsprozesse...sind leicht...“ ,schläft ein,vergessen das Vorher,Vergangenheitchen,“...die Kontur einer Melo...die...“,im Zirkel ohne Geometrie,“...peripherielos...Hellene,reich’ dein Arm...“
Zügiges Seidenaccessoiresrascheln,behende JaPantrippelfüsschen, die Eingangstür offenstehen gelassen Amaterasu ausschliesslich sonnengeflechtartig gespürt in höflicher Überlegenheit

Das Singen der Hunde (kurz vorm Kehlenschnitt)


Sie singen hoch im Sopran, weit entfernt von Opernhäusern, so, sagt uns der französische Dreisternespitzenkoch Samsung, ist ihr Geschmack verfeinert.

Du trägst deine Knochen mit rum,was,Vanitas? Ist das nicht ein bisschen schwer?
„Umgekehrt,mein Lieber“ -
Versteht Gott lateinisch in Korea? Mamma Mia, Paternoster.
Buddha sitzt,Jesus hängt.Buddha ruht,Jesus verendet. Sir stehen hin & wieder auf,jedoch Gsus muss in Kirchen angestrengt hängenbleiben,oh Vanitaspieta.

Schweine qieken hoch.Nur Frösche geben ihre Schenkel mit unverständlichem Gemurmel.
In der „Fress-Coda“ „Ach,das Erhabene“, soll deutlich hörbar geschmatzt werden.

Andreas Gryphius: „Es ist alles eitell“ – "was dieser heute bawt / reist jener morgen ein."
Vorstellung der beherrschten Katastrophe, die sich mit keinem lebendigen Gegenüber abgeben muss, GZ 911.Zum 7. Jahrestag - es ist "Chuseok" in Korea,Erntedankfest - werden 50.000 t Kerosin nach NK bewilligt - aus USstaatlicher Angst vor Implosion - zur letzten Ölung Kim Jong Ils.
Kainitische Stadt auf Abels Gebeinen.



Francis Barrauds Bildnis des verstorbenen Hunds Nipper vor der „Stimme seines Herrn“ aus dem Grammophontrichter ist in formaler Hinsicht eine Vanitas-Darstellung, aber sie ist positiv gemeint: „Es ist zwar nur Schein, aber es funktioniert.“ Nicht mehr die Verzweiflung vor dem Leblosen, sondern die Treue des Hunds (die der Klangtreue des Apparats entspricht) wird hervorgehoben.
Der Medienwissenschaftler Friedrich Kittler kommentiert dies mit: „Wunder werden üblich.“

Allice Vanity

Was geschieht bis Zwanzighundertundachtzehn?

& dann: wo ist Ihre Geheimbrille,Herr H ? Sie waren doch bei der Gründung des Secret Service in UK beteiligt. Was? Verstaubt? Angeschlagen? Sie machen wohl Witze.Dann gehen Sie doch nach Elysian Park & erzählen Sie den jungen Krankenschwestern was von Ihren Floeten im Kopp! Entweder Sie rücken jetzt mit der Wahrheit heraus, oder ich scheisse! Es war doch so still in Washington (code: „was nothing“), nachdem W ins Weisze Haus einzog. Dass er & Karl volle neun Monate brauchten – diese motherfucker -, um einen wirklichen Politthriller zu landen,ahnten wir damals nicht. W machte auf Oed-I-puss & harmlos. Die Sache mit der Pretzel – das glaubt doch kein Aas mehr! Aber ich versteh, sein Alter hatt’ mit den Ladens halt gutgehende Geschäfte laufen. Der OsamA war ja schon im ovos-oK (rückwärts,Feind hoert mit...) für die Neue Weltordung des Alten tätig, guter Schauspieler,der Kastanienauge.Wie geht’s nun weiter H ? Was geschieht bis Zwanzigachtzehn? Eins steht fest: die untere bis mittlere Basis ist so angeschlagen und grad wieder am Emporkrabbeln, da wird ein beherzter Einsatz von Kastanienauge Ende nächsten Jahrs dem Plebs klarstellen wie Klosbrühe, dass W die einzig richtige Linie eingeschlagen hatte mit WOT. Ausserdem zeigen wir damit auch deutlich den Leuten, welch Weichei BO ist, McKain soll’s ja noch nicht packen, aus gesagten Gründen. Verstanden,H ? Das wird dem Fass den Boden ausschlagen in 09 & wie gehabt, drehn wir den Preis deftig nach oben. Solln die Leut sich doch ihr gottverdammtes letztes Öl durch die Nase ziehn & kräftig weiter Globalwarmingjammern. Das wird einheizen! Wir werden BO schon dazu bringen, auch noch die Dose Teheran zu knacken,wär doch gelacht, H ! Wird wieder ne Menge V(erschwörungs)T(heorie)irre geben. Dass W jetzt kaum auffällt,mit seiner Masche, Nkorea erst auf die schwarze Liste zu stellen,um sie am Ende seiner Periode wieder – als erfolgreiches Produkt seiner grossen Politik – davon zu streichen; na ja, en kleinen Hau hat er ja schon weg,der arme Kerl. H, Sie sorgen gefälligst dafuer, dass die 8 Jahre, UnSere Blankies, nicht als das oedeste Kulturjahrzehnt des 3. Jatausends gelten werden.Sie sind doch noch offiziell Deutscher,oder? Was macht eigentlich noch Neuschwabenland?
Arbeiten Sie erstmal mit den Medien weiter ganz in Ruhe die 70er,80er & 90er auf. Die Leute haben noch garnicht voll begriffen,dass das 20c definitiv gelaufen ist.
Nach dem Umsprungspunkt wird dann wieder nach vorne geschaut, die Kugel muss wieder progressiv wachsen & nicht nur in der Schlafpille www seitwaerts rollen! Schauen Sie,dass unsere grosse Marionette matt bleibt bis 012.Der Planet wird ne Weile gekocht werden. Spaetestens 013 wird sich die gelbe Gefahr in volle Abhaengigkeiten unserer Pharmabranche gebracht haben, bei all dem Ökokram,der sie jetzt schon umbringt. In 018 haben wir 7,5 Milliarden auf dieser Kugel, dreimal soviel wie als Sie zu uns stiessen. Sie werden der solipsistischen Grossgemeinde der gealterten Internetinsassen einen Stoss versetzen durch globalfinalen Stromkollaps.Unnötig zu erwähnen:Überlebenschancen den Stärkeren. Hauntology hin Hauntology her,lang genug aufgehängt zwischen Erde & Mond. H,wir sind verpflichtet, den Neoamerikanern den Weg zu ebnen.Schauen Sie sich ruhig die jungen Russen- Chinesen- & Scheichmillionaere an, die bereits heute die Filetstücke New Yorks in Händen halten.Und NY hat ihnen doch schon immer als Vorreiter zugesagt & ausserdem sind schon ganz andre Künstler in die grosse Politik gegangen.

Sendet Skarabäus xpr & schiebt weiter seine Kotkugel vor sich her, die ihm das Weltenei zu sein scheint.


„Privatizing Iraq's oil, ensuring global dominance for genetically
modified crops, lowering the last of the trade barriers and opening the last of the wildlife refuges... Not so long ago, those goals were pursued through polite trade agreements, under the benign pseudonym "globalization." Now this discredited agenda is forced to ride on the backs of serial crises, selling itself as lifesaving medicine for a world in pain.“

In Disaster Capitalism: State of Extortion by Naomi Klein

Ballonerfahrung



es ist in einem landschaftlich sehr schoenen Gelaende & spricht mit M.D.. Er sagt aus dem off: „Ich mag Schmelzwasser“ und ich weiss, er denkt an smaragdgruenes Gletscherwasser. „Kann aber auch gefaehrlich sein“ entgegnet es,an uebliche KatastrophenNachrichten erinnernd, worauf er nicht antwortet. Es steigt weiter bergan und betrachtet seltsame Blueten/Fruechte an Straeuchern, halb mit Schnee bedeckt. Durch eine Lichtung rumpelt aus der Entfernung deutscher Sportreport aus einem Radio, der einen faschistoiden Dreh bekommt und schliesslich abdreht.
Es geht weiter vorbei an Felsspalten und schaut auf eine Dorfstrasze,wo offensichtlich der Abschluss einer historischen Eisenbahnfahrt nachgemimt wird: in viel zu alten Renaissancekostuemen steigt der Lokfuehrer mit schwarz vom Rusz geschminktem Gesicht ab und auf ein zeitgemaesses Gefaehrt um, ihm folgt sein Assistent, ebenfalls in solchen Kostuemen.
Es entert ein Taxi,bestellt eine kurze „Picasso-SightSeeingFahrt“, die der alte Chauffeur auf der Stelle beginnt entlang tiefgruener, spiegelglatter GebirgsSeen, immer mehr, wo zum Teil seltsame Felsen- ja Dolmenformen am Grund der Seen erkennbar werden & auch – nach einigen StraszenWindungen,auf kleiner Insel - ein turmartiger Felsobelisk.
Weiter: der Blick auf Alpengebirge, wo am Straszenrand ein OpenAirKino sich bewegende Menschen in Baumgegenden zeigt, Leinwandbild & AlpHahintergrund zu einem verschmelzen. Es gibt augenblicklich keinen Fotoapparat, dies festzuhalten. Da, links, ein junger Mann wirft unter Fichten prothesenartigen Muell in ein ausgetrocknetes Flussbett.
Die Taxituer oeffnet es, dreht sich um & ruft zu ihm,dem Punker, den Muell doch wieder gehoerig zu beseitigen, da wird es hinter ihm & uns unglaubliche Schrottmuellmengen gewahr.
Nach vorne: schon sind wir - mittlerweile im KabrioLet, ohne alle Fenster - gemaechlich weiter gefahren, als es urspruenglich wollte & es fragt in freundlicher AkzepTanz, ob es als Naechstes zu einer Kirche ginge? Der Kutscher schuettelt wOrtlos sein Haupt, faehrt ruhig weiter. Da, voellig unerwartet, fahren wir auf riesige metallene Schrotttuben zu, es erschrickt, weil ein Zusammenstoss unvermeidlich scheint, es blickt zum Fahrer, der ploetzlich durch Abwesenheit glaenzt & es rollt weiter. Jedoch kommt das fAHrzeug unter allen schweren Heavy Me(n)TalTeilen problemlos hindurch: denn sie weiten sich geraeuschlos - fast bunt - nach aussen & dank optisch einwandfreier Morphung gibt es keinen Crash. Aha, denkt es:
„ BallonErfahrung!“ und nickt erinnernd in Richtung nichtvorhandenem Chauffeur, da bleibt das Vehikel stehen.
Mit ausgestreckten Armen greift es suchend aus dem Cabrio nach draussen in die Umgebung,da wird es stillploetzlich stockdunkelschwarz.
Naechsten AugenblickSchnitt sitzt es wieder als BeiFahrer ohne Kutscher ruhig nach vorne schauend im nun cuehlerlosen Auto,das - wie in einer viel zu engen GarAge – - und hier klingelt das Telefon: Mr. Allen ruft aus den USA an,um mitzuteilen,dass seine Devices fuer unser Telefoninterview fuer All About Jazz noch nicht ready sind – - in einem BaEckerladen steht, mit Blick durch Ladenfenster auf StrasZen. Schon im naechsten Augenblick auch kommt lachend der Baecker von draussen herein mit seiner weiszen Muetze, freundlich lachend auf mich zu, als wuEsste er BeschEid.
Genau der Bursche,den ich neunzehnhundertund7&90 in einem Chicagoer LostHighWayMotel mit ViDeo aufnahm,als er uns selbstgebackenen Fisch zum Fruehstueck brachte.

Wer bin ich?Es macht gruenen Tee nach dem Aufwachen,wobei ein grosses Messer mit zweisilbigem lautem Krach in die metallene Nierostaspuele faellt: „Werd wach!“
02008.09.05


Titelseite aus Sebastian Brants Narrenschyff

Bis in das 20. Jahrhundert wurden Ballons und Luftschiffe auch als Aerostaten bezeichnet. Im üblichen Sprachgebrauch werden bemannte Ballons nicht geflogen sondern gefahren. Das Verb fliegen ist für Fluggeräte schwerer als Luft reserviert, Geräte leichter als Luft fahren, genau so, wie auch ein Schiff auf dem See fährt.
Ein Ballon kann in gefülltem Zustand verschlossen sein, wodurch das eingeschlossene Gas auch unter Druck stehen kann. Die Papierfabrikanten Joseph Michel Montgolfier & Jacques Étienne Montgolfier versuchten es zuerst mit Wasserdampf, was jedoch eine Katastrophe war, und aus diesem Grund stiegen sie dann auf Heißluft um. Es soll jedoch noch einen anderen Grund geben: Die beiden sollen eines Tages eine Frau beim Wäschetrocknen beobachtet haben, die unter der Wäscheleine ein Feuer angezündet hatte, damit die Wäsche schneller trocknet. Dabei soll ihnen aufgefallen sein, dass sich die großen Betttücher nach oben wölbten, obwohl kein Wind ging. Nach vielen Experimenten fanden sie heraus, dass das Feuer die Luft erwärmt hatte. Diese war nach oben gestiegen und hatte die Betttücher aufgebläht. Diese Idee wollten die beiden im größeren Stil mit einer Luftkugel weiterführen.
Seit Beginn des Global Warming 19hundertund8 ist die Erde Einiges weiter leicht nach oben gefahren.
Eine weitere Theorie macht den Schwarzen Tod und die daraus resultierende Änderung der Weltanschauung im 14. Jahrhundert für die Renaissance ( „Wiedergeburt“ ) verantwortlich. Er führte zu einer Konzentration auf das Irdische statt auf Spiritualität und Jenseits. (Wikipedia)

Mary Beach Club




Lorenzo Rudolph, director of the ShContemporary 08: „This year ShContemporary is taking its next big step. It is an important bridge between the Eastern and Western hemispheres. The future is here. The future is Asia.“
Wasn fürne Zukunft, elektrische Banane?

Der eine jongliert mit Pürreemythen, der andere balanciert Aale auf der Nase und ich probiere aus, was sich davon besser als Kinderrassel anhört. Aale nicht,Kartoffelbrei nicht, aber ein Dingsbums, gefüllt mit Popanzen und Sandflöhen (einer hat mir wieder den halben Knöchel abgenagt), mit Sächelchen & Knöchelchen, mit di- & perversen Pri- & Automaten, mit Moby- & PolyDick, das scheppert. Es klingt viel besser, wenn man da ein paar Muhsicker mit durchschüttelt. Riddle'n'Roll! Letztlich gibt es aber zu wenige Sinkretisten, Riddler & Rassler, die Mehrheit kotaut doch ganz gern vor dem O wie oben, halluziniert sich vom Tellerwischer zum Alphatier oder zumindest als POPants & Fettauge in einer 5-Minuten-Promiterrine.
Mensch, Tetzlaff, heut ist Montag, da halt ich sogar Affen für maßlos überschätzt. Noch gibt's freilich Hoffnung, Elstern erkennen sich im Spiegel und diebisch und schwarzweiß sind sie auch schon, diese Bosch-Vögel. Da rutscht einem doch fast ein Brother, how art Thou? aus dem Schnabel. Merke: Wo ein Prima(t), da auch ein Ultima Thule.

Die Telenovellas des Weekends haben mich belehrt

- über amerikanische Piloten, die im Korea- & Vietnamkrieg in Gefangenschaft gerieten und teils, ausgequetscht, in russischen (!) Irrenhäusern landeten. Über 50 nach CIA-Erkenntnissen definitiv Überlebende wurden aus Staatsraison für tot erklärt, nachdem jahrelang den Familien nicht mitgeteilt worden war, dass sie überhaupt überlebt hatten (speziell wenn sie in Laos abgeschossen worden waren, wo die Amis ja gar nicht Krieg führten haha), bis sie 1973 beim Gefangenenaustausch wieder auftauchten.

- über John Plummer, den US-Offizier, der den Napalmangriff befohlen hat, dem Kim Phuc zum Opfer fiel, das nackte, halb verbrannte Mädchen auf dem Foto von Nick Ut. Kim Phuc musste jahrelang als vietnamesische Propagandaikone herhalten,bis sie sich nach Kanada absetzte. Plummer verfiel aus Schuldgefühlen dem Suff, wurde aber nicht Rambo, sondern fromm und weinte an der Brust seines berühmten Opfers um Vergebung.

- über die Tochter von Amon Göth, dem sadistischen KZ-Kommandanten aus Schindlers Liste, die sich mit der jüdischen Haussklavin traf, die unter ständiger Todesangst für Göth gewischt und gebügelt hatte. Sie besuchten zusammen die Göth-Villa und die Gedenkstätten, um zusammen zu weinen. Der Tochter sind die eigenen Gene unheimlich, wobei auch die Mutter, die mit Göth ein Luxusleben genossen hatte und angeblich nix mitbekam, mit zum töchterlichen Grauen beträgt. Göth wurde übrigens noch von der SS wegen Korruption aus dem Verkehr gezogen, fiel den Polen in die Hände und wurde aufgehängt. Das wurde gefilmt (!), wobei zweimal der Strick riss. Makaber, makaber.

- über Zigtausende Franco-Opfer im Spanischen Bürgerkrieg, die jetzt erst von den Enkeln ausgebuddelt werden und dass überhaupt jetzt endlich mal über den ganzen Kack Tacheles geredet wird, nach Jahrzehnten Omerta.

- über die Rammstein-Traumatisierten (war jetzt Jahrestag mit Trauerarbeit der Betroffenen), allerdings ohne die schöne Verschwörungstheorie, dass einer der
italienischen Piloten gezielt aus dem Weg geräumt wurde, weil er einer von denen gewesen sei, die über dem Mittelmeer... Du weißt schon.

Trost? Kein Problem, man rasselt mit der Rassel und schon erklingt ne
mAHler-Symphonie. Und ich sink dankbar nieder vor solchen Götterfunken.

rbd (Bad Alchemy),Sept.MMVIII


Kein TÜV in New York



New York Blues

I live in an apartment, sink leaks thru the walls
Lower Eastside full of bedbugs, Junkies in the halls
House been broken into, Tibetan Tankas stole
Speed freaks took my statues, & made my love a fool.

Days I came home tired nights I needed sleep
Cockroaches crawled in bed with me, my brain began to creep
My work was never done, my rest’ll never begin
I’ll be dead and buried & never pleasure win

Lover boy threw meat at me & cursed the day we met
Speed freaks and bedbugs New York City’s what you get
Someday they’ll build subways & get rid of all the cars
Cops kill all the bedbugs speed freaks land on Mars

Allen Ginsberg


Der Zustand NEW YORK BLUES – Gedicht von Allen Ginsberg – von 1975, dem Jahr, als ich das erste Mal diese Stadt besuchte, war auch eine Plage - ins Morbide wie selbstverliebt. Zwischen dieser „kaputten“ Phase & Frühsommer 2001 liegen Welten.

Wieviel angenehmer ist mir das Leben ohne Bedbugs, Wasserschäden, Diebe & Mörder, speed freaks, die aufm Mars gelandet sind.

Damals war jene Kulisse natürlich auch Teil von Kunst in einem Brodel voll Aquarians, Loftmusicians,Hobbits etc etc.

Es schimmert auch Fragwürdiges im Kunstknust auf. Heute gibt’s mir auch nichts, wenn zB ein vietnamesischer Künstler in Frankfurts Kunsttempel „Portikus“ ein „Pennerfrühstück“ anbietet.

Ich will nicht dahin (zurück).

Ich finde es aufregend genug,wenn ich zB im Hotel Habitat in der 57. Strasze am Tag unsrer Ankunft versuche, im Zimmer des 10.Stocks, mit beiden Händen das Fenster nach oben zu schieben,um es zu öffnen. Wobei ich allerdings nicht bedenke, dass der Kasten der Klimaanlage,der darunter ist,durch den oberen Fensterteil damit eingeklemmt & fixiert ist.
In letzter Sekunde kann ich den nach aussen kippenden Airconkasten schnappen & festhalten & wieder durch schweres Herunterziehen des Schiebefensters einklemmen!
Im Erdgeschoss ist direkt unter unsrem Fenster neun Stockwerke weiter unten ein riesiges Glasdach der Hotel-Lobby...

A23H,Whitsuntide in New York, 29.Mai 2001

UnsoweiterjedeMinuteeinekoreanischeAsterixerleuchtung


The bat is a symbol of wealth,longevity & happiness

Es gibt nur eine Angst in Korea nämlich dass ihnen der (nordkoreanische) Himmel aufn Kopp fällt & selbst auch das wird fortlaufend nicht bedacht.
Politiker, die alle Kim oder Lee heissen, kloppen sich regelmässig öffentlich im Parlament wie im Comic wegen Majestix u.a.,dass es nur so eine Freude ist.
Wir Künstler sollten uns wirklich mehr an staatlichen Vorbildern orientieren!

Frische Fische,Druiden,Wahrsager & Hinkelsteine habe ich schon erwähnt. Was noch? Ach so, der legendäre Zaubertrank: Ginsenglikör & Kimchi natürlich. Und jede Menge Gelage, am liebsten dauernd sogar noch im Fernsehen.Aber Zubereitung mit Pfefferminzsauce ist voellig unbekannt (der arme Hund).

Der böotisch umständliche Spruch: „Probleme sind dazu da, dass Lösungen gefunden werden“ existiert hier nicht. Die durchgängige Devise ist: „Sieh zu,dass das möglich gemacht wird - schnell!“ ,wobei das bekannt gallisch/coreanische Laissez-faire hier sich als Daegang verstellt übers gesamte Inseldorf verbreitet und die „Stilllegung“ der Barden sowieso.

Japaner (die troegen Roemer Coreas - ist „Aremorica“ ein Anagramm?),) sorgten als alte Spitzklicker dafuer, dass Korea im Wessi-Alphabeth mit „K“ und nicht mit „C“ geschrieben wird, damit es hinter Japan steht. Die spinnen, die...

Seit Mitte der 80er Jahre verfolgt Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth Asterix-Plagiate.Wie gut, dass es in Corea umgekehrt ist!

Ethnologisches Volksbildungsheim Frankfurt



In Korea gibt es keine Elfenbeauftragen, aber welche, die sich darum kümmern, dass die Tokaebi (Kobolde) in in Wäldern aufgestellte Kästen gesperrt werden, damit sie nicht allzuoft die Zeiger der allgegenwärtigen Kuckucksuhren verstellen und der Betrieb des Herrn Staatspräsidenten - mit volkstümlicher Zunge „2MB“ genannt – reibungsloser seine hochgesteckten Ziele, die in der selbsterzeugten Kurzformel „747“ eingefangen wurden,verfolgen kann. „747“ steht nicht für eine Tokaebi-Boeing, sondern heisst, dass ab morgen in Korea das Bruttosozialprodukt (also das heutige Bruttonationaleinkommen, oder GNP) per anno 7% wird, das pro capita Einkommen von derzeit 20.000 $ auf das doppelte waechst und - - - - - ein Tokaebi machte grad wieder mein Hirn matt, deswegen siehe besser weiter unten im Block unter „MM 747“, please.



Tokaebi haben mit dem wuerdigen Berg- Wasser- und Himmelsgeist - die jeweils viel kraftvoller sind - wenig zu tun und sehen deswegen schrecklich aus, sind aber harmloser als sie aussehen.Sie zünden zB keine Häuser an, oder gar Nationale Denkmäler Koreas, sondern schneiden Fratzen,ärgern hie & da recht flink, schmeissen vielleicht mal einen Teller vom Tisch,was ja in Korea auch weniger schlimm ist als im Westen,weil hier beim Essen und Pfeiferauchen am Boden gesessen wird und dadurch sind die Tische nicht so hoch.



Coreans in 1863

Man created hyper meetings
(drum beat fihi ma fihi)




Was Duchamp als Zugefallenes/Fertig/Gemachtes erkannte, schaltete 40 Jahre später John Cage für Musik. Beide erzeugten dadurch lang anhaltende Schocks. In der Kunst ging voraus,dass die einsetzende Revolution der Recording Machines Interessen verlagerte, nach dem Motto, wenn der Fotoapparat so schön abbildet,warum dann noch mit Öl ? (Hier wird versimplifiziert, da es auch in der naturalistischen Malerei nicht nur um Abbildung von Wirklichkeit ging). Also verlagerte sich das Interesse aufs Licht & die Idee,später das Konzept usw., bei gleichzeitigem Aufgreifen der Möglichkeiten der sich evolvierenden mechanischen Kästchen (Recording Machines).
Wenn Cage um 1950 den Ton an sich (ready made) fuer sich und uns entdeckte & seiner Relation zu anderen Tönen zu entkleiden trachtete, machte er damit alles möglich. In „Variation IV“ von 1965 (und früher bereits, im John Zorn’s Arbeiten antizipierenden, hervorragenden „Williams Mix“ von 1952) reihte er akustische ready mades auf in kurzer, zersplitterter Abfolge und bereitete damit die Postmoderne vor: wenn zersplittert werden kann (Defiguration,Dekonstruktion – Situationismus: Legendär waren öffentliche Provokationen der Lettristen wie beim Ostergottesdienst 1950, als ein falscher Mönch in der Notre Dame den Tod Gottes verkündete), entstehen neue Teile,Atome und dass diese wieder neu gemischt werden koennen (in bildender Kunst war die Technik der Montage schon 20 Jahre vorher vertraut, dann Collage, Combines (Rauschenberg),
mosaic approach (McLuhan),cut-up(Burroughs)),in Gruppen & Mengen gebracht, wurde intensiver erst ca 20 Jahre später klargemacht: auch ein ReadyMadeRemix wurde denkbar. Die tools/toys/Recording Machines sprachen ihre eigene Sprache und infizierten mit neuen Viren durch ihre innewohnende Möglichkeit des „Rewind Life“, siehe auch William Burroughs, der bereits in den frühen 60ern Tonbandgeräte für seine Tätigkeiten als Schriftsteller & Filmer nutzte ("tower open fire" u.a.) – ein anderer Schock, der die Menschheit traf im 20c (siehe Rituale & Mnemosyne ) und dies relativ kurz nach dem unverdaubaren Schock, dass Zeit in Krümmung,bzw. nur als Raum/Zeit „vor-stellbar“ ist.

Burroughs: Lasst das Stillevirus frei....Durchbruch in den Grauen Raum.

"Meine Funktion als Schriftsteller ist die eines Kartographen und Erforschers neuer Bewusstseinslagen, oder - in den Worten Alexander Trocchis - eines "Kosmonauten des inneren Raums", und ich sehe keinen Nutzen in der Beschäftigung mit Gebieten, die bereits vermessen und abgegrast sind.
[...]
Es handelt sich bei der Cutup Methode um nichts weiter als um ein formales Mittel, das von manchen Autoren mit Gewinn angewandt werden wird, von anderen nicht - In jedem Fall sollte das eine Frage des Experimentierens sein und kein Anlass zu philosophischen oder ästhetischen Streitgesprächen.
[...]
Die Zukunft der schriftstellerischen Tätigkeit liegt nicht in der Orientierung an der Zeit, sondern im Vorstoss in den Raum."
(William S. Burroughs auf dem Schriftstellerkongress in Edinburgh, 1962, aus: Carl Weissner (Hg.): Cut Up, Melzer Verlag, Darmstadt 1969, S. 19ff)

10 Jahre zuvor,1952, komponierte Cage 4'33'', angeregt von völlig weissen Bildern seines Freunds Robert Rauschenberg, die 1951 entstanden waren und liess nach Jahren mit perkussiver Musik (präpariertes Klavier) damit den Stillevirus frei - ein Vorstoss in Zen.


Burj Dubai : trotz Geheimhaltung der exakten Höhe wird es 2009 mit etwa 818 m das höchste, je errichtete Gebäude (by Korean Samsung ) und sonstige Bauwerk werden. Die knifflige Frage ist ja, wie das Aircon (ein 20c-Rewind-Life-Gerät, Abteilung ‚Rewind Seasons’) bei durchschnittlich 42 Grad Aussenthemperatur in 800m Höhe funktionieren wird.

Es taucht da noch Jorge Luis Borges bescheiden auf aus anderen Hemisphären und macht mit dem schlichten Bändchen „Die Bibliothek von Babel“ (1941) klar, dass das logische Universum des hellenistisch bebrillten „Westlers“ nicht die einzige Welt ist,um die sich die Sonne dreht, sondern, dass eine Vielzahl von Kulturen simultan (siehe die originale historische Multikultur Babylons) mit omniversen Werten, Perspektiven und nicht unbedingt Ursache/Wirkung-gesteuert LEBT, d.h. trotz „Irrationalitäten“ und „Akausalem“ ein L-EBEN auch ausserhalb unseres westlichen Horizontes, der „unsere“ Welt nun wiederum um Etliches kleiner werden liess, ist – ein weiterer bislang unverdauter Schock für alle hellenistisch eingetrübten zweibeinigen Gedärme, sowie alle anderen von ihrer Seite des Flussufers aus.
(Und Wikipedia wieder: Diese Erzählung kann als Denkanstoß zu der Überlegung dienen, auf welche Art und Weise Sinnvolles und Unsinniges entsteht oder wahrgenommen wird. Wenn man die Größe der Bibliothek abschätzen wollte, käme man auf folgendes Ergebnis: bei einer runden Bibliothek würde der Durchmesser etwa 10 hoch 600000 m betragen.Dagegen gibt sich das für uns sichtbare Universum mit einem Durchmesser von nur 10 hoch 26 m relativ klein.)

Villem Flusser konnte es nicht lassen, einen Satz später zu schocken, indem er von Körnung (Digitalis) der Welt sprach und dass wir uns (determinierend) ein-bilden in diesen Punktflächenkubus-mit-Zeit-verbacken (und damit meinte er nicht die Grenze unserer Kugel, sondern Alles, so wie der Schocker Stephen Hawking „Seit Millionen Jahren lebten die Menschen wie die Tiere. Dann passierte etwas, das die Kraft unserer Vorstellung entfesselte. Wir lernten zu sprechen.“ Unter dem Titel „Beyond the Horizon“ arbeitet er derzeit mit Leonard Mlodinow am Drehbuch eines Films und wird selbst die Hauptrolle spielen).


Rumi

Wenn das nicht alles schwer zu schlucken ist im Laufe von 100 kubistischen Jahren und dazu noch der Abbau von alten Päpsten (Freud etc.) nachgereicht wird, dann kann es schon geschehen,dass der Mensch glaubt, er sei Gott (und jener endlich tot).

Ein Weilchen im Kreise drehen, oder Stillstand oder Pfannkuchen sein, das darf dann schon sein.

Manchmal ist es einfach, zu rebellieren und eine wildborstige Grimasse aufgesetzter Individualität in die Vexiermasse zu drücken. Es heisst dann auch eine Grenze ziehen,spüren und das bezeichnet dann Identität (hier bin ich & nicht dort).
Retro: wieviel Menschen sind denn noch froh,dass sie tagtäglich unschuldig in eine Closchüssel pinkeln, anstatt in ein wieder umgedrehtes Kunstwerk? Diese ewigen Ignoranten! Im nächsten Moment latschen sie wieder in kurzen Hosen übers Louvreparkett und glotzen auf die Monalisa, beim Popkornknabbern. Da können sie doch gleich ihre eigene Pisse trinken,Marcel,und dein Ready Made endlich in Ruhe reines Kunstwerk seinlassen. Tun sie auch, gerade jetzt, mehr denn je: Circular-Digerierung – der naechste Schock ist schon jetzt wahr, in höherer Auflösung, garantiert grenzenlos & in aufschwimmender Identität. Quarks von Buddha’s Selbstverbrennung werden heute & morgen noch eingeatmet & mit Carbon in unserer Biomasse zu Gedankenblitzen aufbereitet (Mann/Frau ist, was Mann/Frau isst).Wehr dich nicht dagegen, let it be, wie John Lennon predigte,oder Cage,der disziplinierte Selbstverneiner: wir sind frei,da wir nichts besitzen, oder Ayler: You think it is about you? (was ihn tötete) usw. = bislang Unverdautes, nicht Ausgebreitetes.


Pancake with Kimchi on top of the Burj Dubai
(Pfannkuchen mit koreanischem Kimchi vom Teller der Familie Maktum, den Herrschern von Dubai, auf der einsamen Spitze des Burj)
by A23H, MMVIII

Als ich 1968 mit free improv beim Albert Mangelsdorff-Quintett einstieg, dachte ich, es wär doch schon „A Love supreme“, aber es war noch Territorialismus, eifersüchtiger Futternapfneid, und Mangelsdorff machte dies klar durch sein ready made, in diesem Moment die Bühne zu verlassen, was tatsächlich simultan auf allen meinen Territorialebenen geschah, durch Schock natürlich,weil ich ja bereits wusste,dass zB vorher schon Duchamp gewesen war.
Mein Apparat ist mit mehr Karat ausgestattet,das ihn – diesen Apparat - dazu brachte,gegen die eigene Kraft zu kämpfen (the art of self-bondage),was ein sehr seltsames Vitriol erzeugte, (siehe auch in „Erweiterungen/Restriktionen,LSD & seine Nebenwirkungen mithilfe der Pharmakonzerne“, Surecamp 1968) .
Wirkungen & ihre Folgen: Deterritorialism.


Ausdehnung und Krümmung (B Seite) by A23H, 1999

Aber ich geb deswegen meine Geheimnummer noch nicht jedem,sag ich euch, es geht ums nackte Überleben, wie immer in diesem Laden der ewigen Laute.
Eröffnen wir woanders ein andres Business, um mit Rumi (Dschalal ad-Din ar-Rumi) zu sprechen.

Letztenendes kommen wir immer auf uns selbst zu sprechen.

Im Japanischen heisst „kino“ gestern & es ist bezeichnend,dass Film,das ewig gestrig Recording-Machine-erzeugte „7.Kunst“- genannte Medium bleibt,was aber morgen,heute & gestern ewig in die Gemüter der Gedärmeträger einschneidet,weshalb es sich auch schon Ü40 lohnt, hin & wieder eine Darmreinigung von innen zu tun.

Das Buch, übrigens nicht als Druckwerk von Gutenberg erfunden,sondern von koreanischen buddhistischen Mönchen (das Jikji, 1377 mit beweglichen Metalllettern gedruckt),bleibt eine ewig gestrig erzeugte nonelectronic Recording Machine,die ebenso ins ewige Raum/Zeit-Bewusstsein einschneidet wie Film oder andere Kompositionen.Allerdings ist das unablässige Auftauchen von Nach-richten aus Archaeologie & andren Wissenschaften ein dringender Anlass unsere Schulbücher alle naslang rundzuerneuern.Was ich annodazumal in der Schule einverleiben musste,macht mich heute alt aussehen.Ein tief weiser Bestandsgrund,warum unter anderem (: nur die akustische Livewiedergabe in der Überlieferung von Mund zu Ohr garantierte ehemals Wahrheit zu transportieren! ) die altjudäische Bibliothek,die Thora, jahrelang nur live,d.h. mündlich überliefert worden ist, ebenso wie das Tao Teking (so bei mir als Buch vorliegend,nun aber in Wikipedia nur als Daodejing auffindbar (sic!).
Etwa behauptet der erste Satz letzeren Textes gleich, dass das Dao, von dem man sprechen kann, nicht das ewige Dao sei. Das Daodejing will natürlich auch vom ewigen Dao sprechen – aber das kann nur sehr indirekt geschehen.
Auf diese Art & Weise muss der Leser um unbestimmte, leere Worte kreisen, um zu verstehen: Es geht um ein Nichts, ein Unaussprechliches, das den Ursprung und Wandel der Welt bildet, das Dao. Indem ein Mensch sein Leben nach dem Dao ausrichtet, erhält er sein De. (Wikipedia)

„In des Menschen Tiefe ruht die Möglichkeit eines Mitwissens mit dem Ursprung. Ist die Tiefe verschüttet, gehen die Wogen des Daseins darüber hin, als wenn sie gar nicht wäre.“
(Karl Jaspers, 1957)



Laozi (sic!) empfiehlt den Verzicht: „Macht selten die Worte, dann geht alles von selbst. (W23) Der SINN als Ewiger ist namenlose Einfalt“. (womit dem Hawking die Kraft des Sprechens wieder eingeschränkt wäre & mir selbst - welch permanent anhaltender Schock!)

Kapitel 62 des Daodejing:

Der SINN ist aller Dinge Heimat,
der guten Menschen Schatz,
der nichtguten Menschen Schutz.

Mit schönen Worten kann man zu Markte gehen,
Mit ehrenhaften Wandel
kann man sich vor anderen hervortun.
Aber die nichtguten unter den Menschen,
warum sollte man die wegwerfen?

Darum ist der Herrscher eingesetzt,
und die Fürsten haben ihr Amt.
Ob man auch Zepter von Juwelen hätte,
um sie im feierlichen Viererzug zu übersenden,
nicht kommt das der Gabe gleich,
wenn man diesen SINN
auf seinen Knien dem Herrscher darbringt.

Warum hielten die Alten diesen SINN so wert?
Ist es nicht deshalb, daß es von ihm heißt:
„Wer bittet, der empfängt;
wer Sünden hat, dem werden sie vergeben“?
Darum ist er das Köstlichste auf Erden.

„The function (of mushrooms) is to get rid of old rubbish.The Buddha died a natural death“ (by taking deliberately poisonous mushrooms), sagte Cage zuviel, unter permanentem Einfluss einer leichten Psilocibinart.


Alf Red bin (=“ Sohn des“,Wikipedia) Frankfurter Kim Chi,
23.August Zwanzighundertund8

(hier elektronisch, d.h. in neuem Zeitkontinuum nach-gereicht als avant-garde fuer die Buchmesse in Frankfurt/M,wenn China Gastland sein wird in 2009. I am not a bio-computer I am not a bio-computer I am )