
Was Duchamp als Zugefallenes/Fertig/Gemachtes erkannte, schaltete 40 Jahre später John Cage für Musik. Beide erzeugten dadurch lang anhaltende Schocks. In der Kunst ging voraus,dass die einsetzende Revolution der Recording Machines Interessen verlagerte, nach dem Motto, wenn der Fotoapparat so schön abbildet,warum dann noch mit Öl ? (Hier wird versimplifiziert, da es auch in der naturalistischen Malerei nicht nur um Abbildung von Wirklichkeit ging). Also verlagerte sich das Interesse aufs Licht & die Idee,später das Konzept usw., bei gleichzeitigem Aufgreifen der Möglichkeiten der sich evolvierenden mechanischen Kästchen (Recording Machines).
Wenn Cage um 1950 den Ton an sich (ready made) fuer sich und uns entdeckte & seiner Relation zu anderen Tönen zu entkleiden trachtete, machte er damit alles möglich. In „Variation IV“ von 1965 (und früher bereits, im John Zorn’s Arbeiten antizipierenden, hervorragenden „Williams Mix“ von 1952) reihte er akustische ready mades auf in kurzer, zersplitterter Abfolge und bereitete damit die Postmoderne vor: wenn zersplittert werden kann (Defiguration,Dekonstruktion – Situationismus: Legendär waren öffentliche Provokationen der Lettristen wie beim Ostergottesdienst 1950, als ein falscher Mönch in der Notre Dame den Tod Gottes verkündete), entstehen neue Teile,Atome und dass diese wieder neu gemischt werden koennen (in bildender Kunst war die Technik der Montage schon 20 Jahre vorher vertraut, dann Collage, Combines (Rauschenberg),
mosaic approach (McLuhan),cut-up(Burroughs)),in Gruppen & Mengen gebracht, wurde intensiver erst ca 20 Jahre später klargemacht: auch ein ReadyMadeRemix wurde denkbar. Die tools/toys/Recording Machines sprachen ihre eigene Sprache und infizierten mit neuen Viren durch ihre innewohnende Möglichkeit des „Rewind Life“, siehe auch
William Burroughs, der bereits in den frühen 60ern Tonbandgeräte für seine Tätigkeiten als Schriftsteller & Filmer nutzte ("tower open fire" u.a.) – ein anderer Schock, der die Menschheit traf im 20c (siehe Rituale & Mnemosyne ) und dies relativ kurz nach dem unverdaubaren Schock, dass Zeit in Krümmung,bzw. nur als Raum/Zeit „vor-stellbar“ ist.
Burroughs: Lasst das Stillevirus frei....Durchbruch in den Grauen Raum.
"Meine Funktion als Schriftsteller ist die eines Kartographen und Erforschers neuer Bewusstseinslagen, oder - in den Worten Alexander Trocchis - eines "Kosmonauten des inneren Raums", und ich sehe keinen Nutzen in der Beschäftigung mit Gebieten, die bereits vermessen und abgegrast sind.
[...]
Es handelt sich bei der Cutup Methode um nichts weiter als um ein formales Mittel, das von manchen Autoren mit Gewinn angewandt werden wird, von anderen nicht - In jedem Fall sollte das eine Frage des Experimentierens sein und kein Anlass zu philosophischen oder ästhetischen Streitgesprächen.
[...]
Die Zukunft der schriftstellerischen Tätigkeit liegt nicht in der Orientierung an der Zeit, sondern im Vorstoss in den Raum."
(William S. Burroughs auf dem Schriftstellerkongress in Edinburgh, 1962, aus: Carl Weissner (Hg.): Cut Up, Melzer Verlag, Darmstadt 1969, S. 19ff)
10 Jahre zuvor,1952, komponierte Cage 4'33'', angeregt von völlig weissen Bildern seines Freunds Robert Rauschenberg, die 1951 entstanden waren und liess nach Jahren mit perkussiver Musik (präpariertes Klavier) damit den Stillevirus frei - ein Vorstoss in Zen.
Burj Dubai : trotz Geheimhaltung der exakten Höhe wird es 2009 mit etwa 818 m das höchste, je errichtete Gebäude (by Korean Samsung ) und sonstige Bauwerk werden. Die knifflige Frage ist ja, wie das Aircon (ein 20c-Rewind-Life-Gerät, Abteilung ‚Rewind Seasons’) bei durchschnittlich 42 Grad Aussenthemperatur in 800m Höhe funktionieren wird.
Es taucht da noch Jorge Luis Borges bescheiden auf aus anderen Hemisphären und macht mit dem schlichten Bändchen „Die Bibliothek von Babel“ (1941) klar, dass das logische Universum des hellenistisch bebrillten „Westlers“ nicht die einzige Welt ist,um die sich die Sonne dreht, sondern, dass eine Vielzahl von Kulturen simultan (siehe die originale historische Multikultur Babylons) mit omniversen Werten, Perspektiven und nicht unbedingt Ursache/Wirkung-gesteuert LEBT, d.h. trotz „Irrationalitäten“ und „Akausalem“ ein L-EBEN auch ausserhalb unseres westlichen Horizontes, der „unsere“ Welt nun wiederum um Etliches kleiner werden liess, ist – ein weiterer bislang unverdauter Schock für alle hellenistisch eingetrübten zweibeinigen Gedärme, sowie alle anderen von ihrer Seite des Flussufers aus.
(Und Wikipedia wieder: Diese Erzählung kann als Denkanstoß zu der Überlegung dienen, auf welche Art und Weise Sinnvolles und Unsinniges entsteht oder wahrgenommen wird. Wenn man die Größe der Bibliothek abschätzen wollte, käme man auf folgendes Ergebnis: bei einer runden Bibliothek würde der Durchmesser etwa 10 hoch 600000 m betragen.Dagegen gibt sich das für uns sichtbare Universum mit einem Durchmesser von nur 10 hoch 26 m relativ klein.)
Villem Flusser konnte es nicht lassen, einen Satz später zu schocken, indem er von Körnung (Digitalis) der Welt sprach und dass wir uns (determinierend) ein-bilden in diesen Punktflächenkubus-mit-Zeit-verbacken (und damit meinte er nicht die Grenze unserer Kugel, sondern Alles, so wie der Schocker Stephen Hawking „Seit Millionen Jahren lebten die Menschen wie die Tiere. Dann passierte etwas, das die Kraft unserer Vorstellung entfesselte. Wir lernten zu sprechen.“ Unter dem Titel „Beyond the Horizon“
arbeitet er derzeit mit Leonard Mlodinow am Drehbuch eines Films und wird selbst die Hauptrolle spielen).
RumiWenn das nicht alles schwer zu schlucken ist im Laufe von 100 kubistischen Jahren und dazu noch der Abbau von alten Päpsten (Freud etc.) nachgereicht wird, dann kann es schon geschehen,dass der Mensch glaubt, er sei Gott (und jener endlich tot).
Ein Weilchen im Kreise drehen, oder Stillstand oder Pfannkuchen sein, das darf dann schon sein.
Manchmal ist es einfach, zu rebellieren und eine wildborstige Grimasse aufgesetzter Individualität in die Vexiermasse zu drücken. Es heisst dann auch eine Grenze ziehen,spüren und das bezeichnet dann Identität (hier bin ich & nicht dort).
Retro: wieviel Menschen sind denn noch froh,dass sie tagtäglich unschuldig in eine Closchüssel pinkeln, anstatt in ein wieder umgedrehtes Kunstwerk? Diese ewigen Ignoranten! Im nächsten Moment latschen sie wieder in kurzen Hosen übers Louvreparkett und glotzen auf die Monalisa, beim Popkornknabbern. Da können sie doch gleich ihre eigene Pisse trinken,Marcel,und dein Ready Made endlich in Ruhe reines Kunstwerk seinlassen. Tun sie auch, gerade jetzt, mehr denn je: Circular-Digerierung – der naechste Schock ist schon jetzt wahr, in höherer Auflösung, garantiert grenzenlos & in aufschwimmender Identität. Quarks von Buddha’s Selbstverbrennung werden heute & morgen noch eingeatmet & mit Carbon in unserer Biomasse zu Gedankenblitzen aufbereitet (Mann/Frau ist, was Mann/Frau isst).Wehr dich nicht dagegen, let it be, wie John Lennon predigte,oder Cage,der disziplinierte Selbstverneiner: wir sind frei,da wir nichts besitzen, oder Ayler: You think it is about you? (was ihn tötete) usw. = bislang Unverdautes, nicht Ausgebreitetes.
Pancake with Kimchi on top of the Burj Dubai(Pfannkuchen mit koreanischem Kimchi vom Teller der Familie Maktum, den Herrschern von Dubai, auf der einsamen Spitze des Burj)
by A23H, MMVIII
Als ich 1968 mit free improv beim Albert Mangelsdorff-Quintett einstieg, dachte ich, es wär doch schon „A Love supreme“, aber es war noch Territorialismus, eifersüchtiger Futternapfneid, und Mangelsdorff machte dies klar durch sein ready made, in diesem Moment die Bühne zu verlassen, was tatsächlich simultan auf allen meinen Territorialebenen geschah, durch Schock natürlich,weil ich ja bereits wusste,dass zB vorher schon Duchamp gewesen war.
Mein Apparat ist mit mehr Karat ausgestattet,das ihn – diesen Apparat - dazu brachte,gegen die eigene Kraft zu kämpfen (the art of self-bondage),was ein sehr seltsames Vitriol erzeugte, (siehe auch in „Erweiterungen/Restriktionen,LSD & seine Nebenwirkungen mithilfe der Pharmakonzerne“, Surecamp 1968) .
Wirkungen & ihre Folgen: Deterritorialism.
Ausdehnung und Krümmung (B Seite) by A23H, 1999
Aber ich geb deswegen meine Geheimnummer noch nicht jedem,sag ich euch, es geht ums nackte Überleben, wie immer in diesem Laden der ewigen Laute.
Eröffnen wir woanders ein andres Business, um mit Rumi (
Dschalal ad-Din ar-Rumi) zu sprechen.
Letztenendes kommen wir immer auf uns selbst zu sprechen.
Im Japanischen heisst „kino“ gestern & es ist bezeichnend,dass Film,das ewig gestrig Recording-Machine-erzeugte „7.Kunst“- genannte Medium bleibt,was aber morgen,heute & gestern ewig in die Gemüter der Gedärmeträger einschneidet,weshalb es sich auch schon Ü40 lohnt, hin & wieder eine Darmreinigung von innen zu tun.
Das Buch, übrigens nicht als Druckwerk von Gutenberg erfunden,sondern von koreanischen buddhistischen Mönchen (das Jikji, 1377 mit beweglichen Metalllettern gedruckt),bleibt eine ewig gestrig erzeugte nonelectronic Recording Machine,die ebenso ins ewige Raum/Zeit-Bewusstsein einschneidet wie Film oder andere Kompositionen.Allerdings ist das unablässige Auftauchen von Nach-richten aus Archaeologie & andren Wissenschaften ein dringender Anlass unsere Schulbücher alle naslang rundzuerneuern.Was ich annodazumal in der Schule einverleiben musste,macht mich heute alt aussehen.Ein tief weiser Bestandsgrund,warum unter anderem (: nur die akustische Livewiedergabe in der Überlieferung von Mund zu Ohr garantierte ehemals Wahrheit zu transportieren! ) die altjudäische Bibliothek,die Thora, jahrelang nur live,d.h. mündlich überliefert worden ist, ebenso wie das Tao Teking (so bei mir als Buch vorliegend,nun aber in Wikipedia nur als
Daodejing auffindbar (sic!).
Etwa behauptet der erste Satz letzeren Textes gleich, dass das Dao, von dem man sprechen kann, nicht das ewige Dao sei. Das Daodejing will natürlich auch vom ewigen Dao sprechen – aber das kann nur sehr indirekt geschehen.
Auf diese Art & Weise muss der Leser um unbestimmte, leere Worte kreisen, um zu verstehen: Es geht um ein Nichts, ein Unaussprechliches, das den Ursprung und Wandel der Welt bildet, das Dao. Indem ein Mensch sein Leben nach dem Dao ausrichtet, erhält er sein De. (Wikipedia)
„In des Menschen Tiefe ruht die Möglichkeit eines Mitwissens mit dem Ursprung. Ist die Tiefe verschüttet, gehen die Wogen des Daseins darüber hin, als wenn sie gar nicht wäre.“
(Karl Jaspers, 1957)

Laozi (sic!) empfiehlt den Verzicht: „Macht selten die Worte, dann geht alles von selbst. (W23) Der SINN als Ewiger ist namenlose Einfalt“. (womit dem Hawking die Kraft des Sprechens wieder eingeschränkt wäre & mir selbst - welch permanent anhaltender Schock!)
Kapitel 62 des Daodejing:
Der SINN ist aller Dinge Heimat,
der guten Menschen Schatz,
der nichtguten Menschen Schutz.
Mit schönen Worten kann man zu Markte gehen,
Mit ehrenhaften Wandel
kann man sich vor anderen hervortun.
Aber die nichtguten unter den Menschen,
warum sollte man die wegwerfen?
Darum ist der Herrscher eingesetzt,
und die Fürsten haben ihr Amt.
Ob man auch Zepter von Juwelen hätte,
um sie im feierlichen Viererzug zu übersenden,
nicht kommt das der Gabe gleich,
wenn man diesen SINN
auf seinen Knien dem Herrscher darbringt.
Warum hielten die Alten diesen SINN so wert?
Ist es nicht deshalb, daß es von ihm heißt:
„Wer bittet, der empfängt;
wer Sünden hat, dem werden sie vergeben“?
Darum ist er das Köstlichste auf Erden.
„The function (of mushrooms) is to get rid of old rubbish.The Buddha died a natural death“ (by taking deliberately poisonous mushrooms), sagte Cage zuviel, unter permanentem Einfluss einer leichten Psilocibinart.
Alf Red bin (=“ Sohn des“,Wikipedia)
Frankfurter Kim Chi,
23.August Zwanzighundertund8
(hier elektronisch, d.h. in neuem Zeitkontinuum nach-gereicht als avant-garde fuer die Buchmesse in Frankfurt/M,wenn China Gastland sein wird in 2009. I am not a bio-computer I am not a bio-computer I am )